Blaue Stunde unterhalb der Kaiserburg
Franken

Eine Urlaubsregion für Genießer, Kunst- und Opernfreunde, für Kletterer und Segler und alle, die das Christkind schon vor dem Weihnachtsabend erleben wollen. Wir stellen euch vor, was ihr nicht verpassen dürft

Lesezeit: 3 Minuten

Streifzug durch Franken

Was macht Franken in Bayern so einzigartig? Nicht nur die hartnäckige Verweigerung der harten Verschlusslaute „t“ und „p“, denen die „Locals“ ein weiches „d“ und „b“ vorziehen, sondern auch seine Küche – die für viele Feinschmecker wohl beste und feinste in Bayern! – und seine Weine

Schmeckt: Schäufele und Schlenkerla

Berühmt sind Frankens Weine, angebaut am Main und seinen Nebenflüssen, unverkennbar in ihrem Charakter, genauso wie die unverwechselbare Bocksbeutelflasche, in die sie oft gefüllt werden.

Die kulinarische Spezialitätenliste ist lang. Sagenhaft die Vielfalt der einzigartig gewürzten Rostbratwürste (Nürnberger, Hofer, Kulmbacher, Coburger Art und, und, und …). Die berühmteste Darreichungsform: „Drei im Weggla“ – der Street- und Fingerfood-Klassiker überhaupt! Gern werden die Würste auch im sauren Sud zubereitet („Blaue Zipfel“).

Ebenfalls hervorragend sind die knusprigen Schäufele (Schweineschulter), der fränkische Sauerbraten (ohne Rosinen), Aischgründer Karpfen, gebacken oder blau, und nicht zuletzt die Klöße, roh oder halbseiden (halb aus rohen, halb aus gekochten Kartoffeln).

Weltberühmt sind die Nürnberger Lebkuchen und weltweit einzigartig ist die hohe Brauereidichte in Oberfranken und sicher auch das Schlenkerla-Rauchbier aus Bamberg.

Aber auch die gehobene Küche begeistert. Über 50 Restaurants in Franken sind aktuell von „Gault-Millau“ oder „Michelin“ ausgezeichnet – wie das „Essigbrätlein“ in Nürnberg, das „Restaurant Alexander Herrmann by Tobias Bätz“ in Wirsberg oder das „Sosein“ in Heroldsberg.

Klettern, segeln oder wandern

Wer angesichts der Genussfülle seiner Fitness Gutes tun möchte, wird ebenfalls fündig. Die Natur liegt gleich vor der fränkischen Haustür. Das Fichtelgebirge im Nordosten erhebt sich hufeisenförmig bis auf 1.000 Meter und bietet ein dichtes Wander- und Radwegenetz, ebenso der Frankenwald im Norden. Die Fränkische Schweiz in der Mitte wartet mit vielen schwer romantischen Burgen und Schlössern, mit Höhlen und tollen Kletterfelsen auf.

Das Fränkische Seenland im Süden von Nürnberg ist erst in den letzten Jahrzehnten entstanden – ein idealer Spot für Segler und Windsurfer oder Familienurlaub. Ein grünes Wechselspiel von Wald und offener Landschaft liefern die sanft hügeligen Haßberge in Unterfranken. Gut markierte Wanderwege findet man auch in der Region Spessart-Mainland und im Steigerwald. Wald, Basaltkuppen, einsame Hochflächen, Moore und freundliche Dörfer prägen die Rhön, das vulkanische Gebirge ganz im Nordwesten mit dem Kreuzberg, dem „Heiligen Berg der Franken“ (mit Kloster und Klosterbrauerei!).

Wichtig ist das Zusammenspiel von ausgewogenem Klima und mineralstoffreichen Böden
So ein Gin will gut verkostet sein
Bamberg von Regnitz und Main-Donau-Kanal as entdecken

Städtetour: Kaiserburg und Kugellager

Ein Erlebnis sind Frankens Städte: Geschichtsträchtig, reich an Kunst und Kultur und zugleich lebendig und jung. Die Dürerstadt Nürnberg ist stolz auf Kaiserburg, Kirchen und Museen und das Szeneviertel Gostenhof, gedenkt aber auch der dunklen Seite ihrer Geschichte mit dem Dokumentationszentrum Reichstagsgebäude. Fürth glänzt mit Gründerzeit- und Jugendstil-Gebäuden, Erlangen mit Schloss, Schlossgarten, Markgrafentheater und barocker Planstadt.

Einzigartig in Aschaffenburg: Das Pompejanum, der Nachbau eines römischen Wohnhauses, initiiert vom antikebegeisterten König Ludwig I. In Schweinfurt, Hotspot für Kugellager und Kupplungen, sollte man nicht versäumen, das Museum Georg Schäfer mit Gemälden aus dem 19. Jahrhundert (Spitzweg!) und die Kunsthalle mit moderner Kunst zu besuchen.

Große Oper!

Kulmbach gilt als „Heimliche Hauptstadt des Bieres“ mit Bierwoche, Brauereimuseum und Brauspezialitäten. UNESCO-Weltkulturerbe-Status besitzen Würzburg mit seiner von Tiepolo freskierten fürstbischöflichen Residenz, Bamberg mit seiner Altstadt als städtebauliches Gesamtkunstwerk und Bayreuth mit dem einmaligen barocken Markgräflichen Opernhaus. Außerdem gibt es da ja noch den Grünen Hügel, wo die Wagner-Festspielen stattfinden, der weltberühmte Event mit Kultstatus.

Adel verpflichtet, auch in kleineren, aber feinen Städten: Ansbach wurde jahrhundertelang von Markgrafen geprägt und Coburg war die Residenzstadt der Herzöge von Sachsen-Coburg. Das Mittelalter wiederum wird lebendig mit Fachwerk, Stadtmauern und Türmen in Rothenburg ob der Tauber – die Mittelalter-Ikone par excellence –, in Dinkelsbühl und in Forchheim.

Die Weine vom Würzburger Stein inspirierten auch Goethe

Schöne Tradition: Geschmückte Osterbrunnen

An Ostern sind in rund 200 Orten der Fränkischen Schweiz herausgeputzte Brunnen der Hingucker. Von der Karwoche bis zwei Wochen nach Ostern sind sie mit bunt bemalten Ostereiern, Blumen, Kränzen und Girlanden geschmückt. Einzelne oder zu Büscheln gebundene Papierbänder, die „Pensala“, dürfen dabei ebenso wenig fehlen wie echter Blumenschmuck. Ein Osterbrunnen präsentiert sich im Schnitt mit 80 laufenden Metern Girlandenschmuck und bis zu 2.000 bemalten Eiern!

Kirchweih: Rauf auf die Bäume!

Auch die Kärwa (Kirchweih) gehört fest zum fränkischen Festkalender, samt zahlreicher Bräuche wie dem Kirchweihbaum-Klettern in Gunzenhausen oder dem Etwashäuser Kirchweihumzug in Kitzingen mit blumengeschmückten Wagen, Musik- und Trachtengruppen. Beim Hahnentanz wiederum drehen sich Mädchen und Burschen um den „Huhnerbaum“. Dabei wird eine Rute von Paar zu Paar gereicht. Wer beim Klingeln eines Weckers die Rute in Händen hält, muss den Rest der Truppe „freihalten“. Bei der Gochsheimer Kirchweih im Fränkischen Weinland steht der historische Plantanz (Plan = ebener Platz) im Mittelpunkt, bei dem Walzer, Rheinländer, Schottisch und Dreher getanzt werden.

Ursprünglich wurde bei der Kärwa die Einweihung einer Kirche oder der Namenstag des Kirchenpatrons gefeiert. Oft sind daraus mehrtägige Volksfeste entstanden wie die bekannte Erlanger Bergkirchweih, die jährlich bis zu einer Million Besucher anzieht. Ihre Wurzeln gehen zurück ins Jahr 1755.

Plootzer auf dem vier Meter hohen Tanzboden
Der frühere Granit-Steinbruch an der Kösseine wurde zum See

S’Christkind kommt bald

Noch weiter zurück, angeblich bis ins Jahr 1628, reicht die wohl bekannteste Festivität: der Christkindlesmarkt in Nürnberg. Nach Eröffnung durch das Christkind persönlich (seine Darstellerin wird aus einer Vielzahl von Bewerberinnen ausgewählt) werden in den etwa 180 rot-weiß dekorierten Holzbuden hauptsächlich Waren angeboten, die in Nürnberg hergestellt werden: Lebkuchen, Früchtebrot, Zwetschgenmännla (Figuren aus getrockneten Zwetschgen) und Christbaumschmuck. Und natürlich Nürnberger Rostbratwürste!

Mehr Ideen und Infos zu Franken auf frankentourismus.de

 

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