Urwald-Feeling mitten in der Stadt
Amberg: Richtig schön runterkommen

Eine Stadtkulisse wie aus dem Historienfilm, eine Flusslandschaft wie im Urwald und eine überaus erfrischende Bierkultur: Amberg ist so wunderbar entspannend!

Lesezeit: 10 Minuten

Amberg

SPONSORED STORY  Erst mal ankommen, das geht in Amberg am besten auf der Plätte. Die motorisierten Langboote, die als Bootsfähren auf dem Flüsschen Vils gemächlich zwischen historischem Zentrum und dem ehemaligen Landesgartenschaugelände pendeln, geben langsam tuckernd den Takt vor für einen Besuch in der Stadt.

Allein das Ablegen ist schon spektakulär. Während die Plätte ablegt, weht aus dem lauschigen Garten des ehemaligen Kurfürstlichen Zeughauses ganz verführerisch ein Geruch von Rosen herüber.

Von der Vils aus betrachtet, spitzt der riesige Turm der Sankt-Martin-Basilika hoch wie ein Wolkenkratzer in den Himmel. Auch dem Wahrzeichen Ambergs kommt man auf der Plätte besonders nah, wenn es durch die „Stadtbrille“ hindurch geht. Das große Wassertor aus dem 15. Jahrhundert ist Teil der Stadtmauer und wirkt mit seinen Türmchen  allein schon wie ein Schloss.

Wahrzeichen Ambergs: Das große Wassertor aus dem 15. Jahrhundert ist Teil der Stadtmauer

Das echte Kurfürstliche Schloss kommt gleich danach. Der stattliche Hauptbau war Schauplatz eines spätmittelalterlichen „All you can eat“, das europaweit Furore machte: Die Hochzeit von Kurprinz Philipp mit Margarete, der Tochter Herzog Ludwigs IX. des Reichen von Bayern-Landshut, im Jahr 1474 blieb aufgrund der Unmengen von Speisen und Getränke weit mehr in Erinnerung als durch die erlauchte Gästeliste. In Amberg wusste man halt schon immer, wie es sich gut lebt.

Vom Schloss aus mäandert die Vils durch eine wilde Parklandschaft, wo die knorrigen Äste alter Bäume den Eisvögeln als Aussichtspunkt dienen. Urwald-Feeling mitten in der Stadt, von den Plättenfahrern wird der Abschnitt deshalb auch liebevoll Amazonas genannt.

Altstadt: Mittelalter in Bestform

Wo wir schon bei geografischen Anleihen sind: Öfter mal fühlt man sich auf einer der zahlreichen Vils-Brücken wie in Venedig. Statt Markusplatz gibt’s in Amberg allerdings den Marktplatz, der an einem schönen Sommertag wie heute, beim Kaffee unter einem der großen weißen Sonnenschirme, locker das Gefühl von einer Piazza vermittelt.

Beim anschließenden Stadtbummel taucht man, wenn man denn möchte, an so ziemlich jeder Ecke und in jeder Gasse tief ein in die Oberpfälzer Geschichte. Angefangen beim Rathaus, dessen gotische Giebel seit fast 700 Jahren den Marktplatz krönen.

Das historische Zentrum von Amberg gilt als eine der besterhaltenen mittelalterlichen Städte in Bayern, sieht klasse aus und würde vielerorts perfekt zur historischen Filmkulisse taugen. Sogar das Gefängnis ist hier noch gut in Schuss, im Gegensatz zu den alten Zeiten allerdings äußerst beliebt: Die Zimmer des „Hotel Fronfeste“ waren mal Zellen und heißen auch noch so. Das reduzierte Design mitsamt Gitterstäben ist geblieben, neu beim Knasthotel sind TV und Wlan.

Und noch ein ganz besonderes Hotel befindet sich in der Altstadt, das kleinste der Welt! Das „Eh’häusl“ bietet gerade einmal Platz für zwei Personen. Der Name leitet sich von dem frühneuhochdeutschen Wort "Ehalten" ab und wurde später zu "Ehehäuschen" umgedeutet. Die kuriose Geschichte: Um die Geburtenrate zu senken, durften in Amberg vom 14. bis ins 18. Jahrhundert nur Paare mit einem "schuldenfreien Haus- und Grundbesitz" heiraten.

So griff ein schlauer Amberger zu einem Trick: 1728 soll er das Eh'häusl gebaut haben, um unvermögenden Paaren die Heirat zu ermöglichen. Nach den Flitterwochen wurde das Haus an das nächste Brautpaar weiterverkauft.

Urwald-Feeling mitten in der Stadt
Altstadt: Von der Franziskanergasse blickt man auf den Schrannenplatz

3.000 Meter Stadtmauer

Die drei Kilometer lange Stadtbefestigung mit ihren fünf Toren, den wulstigen Mauern und unzähligen Türmchen wirkt wie eh und je, wehrhaft und wie aus dem Ei gepellt. Tatsächlich wird sie von den Ambergern „Ei“ genannt, was allerdings an der eigentümlichen Form liegt, mit der sie die Altstadt umschließt.

1326 wurde mit dem Bau der Anlage begonnen, als schutzwürdig wurden dabei auch die Georgsvorstadt und das Spital erachtet, wodurch die unverwechselbare Ovalform entstand.

Etwas Renaissance, Barock und Rokoko

Auch spätere Stilepochen sind über dem Kopfsteinpflaster Ambergs perfekt konserviert: die Renaissance an der Kurfürstlichen Regierungskanzlei, Barock am monumentalen Maltesergebäude der Jesuiten oder eher bescheiden am Palais des Oberpfälzer Statthalters. Rokoko recht zurückhaltend verspielt am Fenzl-Haus, der Wohnstatt des Regierungsadvokaten, dagegen ziemlich krass in der Schulkirche des ehemaligen Klosters Sankt Augustinus. Die wirkt von außen eher harmlos und zählt doch den bedeutendsten Rokokokirchen Deutschlands. Drinnen kann einem vom Farbenrausch, Stuck und den Fresken ganz schwindelig werden.

Bierkultur: Hochgenuss & Frauen-Power

Ein Bier tut zwischendurch gut, egal wie geschichts- oder kunstbeflissen man ist! An Bier hat es in Amberg eh nie gefehlt. Auch diese Tradition hat sich erhalten, ebenso wie die vielen Orte und Gelegenheiten, an denen man es genießen kann.

Die Klöster haben gebraut in Amberg, der Landesherr ließ brauen mit seinem Monopol auf „Weißes Bier“, in jedem Haus wurde früher gebraut! Weshalb Veronika Beale auch nur müde lächeln kann bei der Frage, ob sie sich als angehende Brauerin nicht exotisch fühlt in der vermeintlichen Männerdomäne.

„Früher war das Brauen immer die Sache der Frauen!“ In der Berufsschule ist sie unter 50 Azubis nur eine von sechs Frauen, im dritten Lehrjahr dirigiert sie das Gären, Würzekochen und Maischen in der Hausbrauererei beim „Schloderer Bräu“ allerdings schon fast allein.

"Früher war das Brauen immer die Sache der Frauen!“

Über zwei Etagen hoch türmen sich die goldfarbenen Kessel und Rohre in der urigen Schaubrauerei, wie die Zauberküche eines Druiden. Während sie die Temperatur in einem der Kessel checkt, holt die 18-Jährige mit Wurzeln in Amberg und Liverpool ganz weit aus in der Geschichte: „Die Frauen der Altsteinzeit waren wahrscheinlich die ersten Brauerinnen überhaupt, nachdem sie Brot in Wasser getunkt hatten und nach einiger Zeit feststellten, dass es umso besser schmeckte“, erzählt sie.

„Auch in den Hausbrauereien des Mittelalters machten natürlich die Frauen das Bier!“ Über die magische Wirkung der Hefe wusste man in jener Epoche noch nichts, weshalb man dem Gebräu im Bedarfsfall auch Tollkirsche und Vogelbeere zusetzte. Notaufnahmen beim Bader führten schließlich zum Erlass des Reinheitsgebots.

Brauerin Veronika Beale in der Hausbrauererei beim „Schloderer Bräu“
Das historische Nabburger Tor

Im Zuge der Säkularisierung verschwanden die Klosterbrauereien, während die Hausbrauereien fast gänzlich in gewerbliche Betriebe übergingen, von denen heute noch immerhin fünf bestehen in der Stadt.

Rein und edel kann man das Amberger Bier so heute in zahlreichen Biergärten genießen. Einen der schönsten, den „Winkler Bräuwirt“, managt Christian „Klossi“ Klostermann mit seinen beiden Geschäftspartnern. Nach Stationen in zahlreichen Bars der Stadt hat der Amberger hier seine Passion gefunden. „Wohlfühlen“, so bringt er die Philosophie auf den Punkt. Regional und bayerisch ist die Küche, bei der auch Vegetarier und Veganer nicht vergessen werden.

Ein ganz besonderes Wohlfühl-Event kennt jeder Amberger. Im Juli trifft man sich hoch über der Stadt zur Festwoche auf dem Mariahilfberg. Inmitten des Waldes am Fuß der hübschen Wallfahrtskirche stehen dann die Bierzelte der Brauereien aus Amberg und der Umgebung, zusammen mit Grillbuden und Essständen. Sitzen, plaudern, essen und trinken in traumhafter Umgebung. Auf Musik wird dabei verzichtet. Runterkommen in der Oberpfalz, das passt gut zu Amberg!

Weitere Infos unter: tourismus.amberg.de

 

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