Rosenheim? Todsicher!

Die Stadt am Inn ist für Mörder kein gutes Pflaster. Denn hier ermitteln die „Rosenheim-Cops“ – mit einer Aufklärungsquote von 100 Prozent! Ein Rundgang zu Drehorten der beliebten TV-Serie. Text: Markus Stein

Lesezeit: 10 Minuten

Auf den Spuren der Rosenheim-Cops

„Meine Herrn, es gabat a Leich!“ Dieser Satz von Frau Stockl, Sekretärin im Kommissariat der Rosenheimer Polizei, darf in keiner Folge der Krimikomödien-Serie fehlen. Jeden Dienstagabend warten mehr als fünf Millionen Zuschauer darauf.

Der Publikumsliebling, gespielt von Marisa Burger, eröffnet mit dem Spruch das heitere Verbrecherjagen. Seit 2002 ermitteln die Chiemgauer Gesetzeshüter schon – und das mit todsicherer Erfolgsquote!

Die wichtigsten Kriminaler sind zwei Hauptkommissare – in abwechselnder Besetzung –, ferner Kriminaldirektor Achtziger und der stets bemühte Polizei-Hauptmeister Michi Mohr. Er wird dargestellt von Max Müller und ist der zweite heimliche Star der Serie.

Fans können beim Stadtrundgang „Auf den Spuren der Rosenheim-Cops“ Drehorte kennen lernen und Wissenswertes über die Serie und die Schauspieler erfahren.

Max-Josefs-Platz mit dem Turm von St. Nikolaus

Ohne Leich geht's nicht

Herzstück ist das TV-Kommissariat – im wirklichen Leben das Rosenheimer Rathaus. Das Gebäude war bis 1878 der Bahnhof der Stadt. Es wurde von dem bayerischen Architekten Eduard Rüber entworfen, einem bekannten Spezialisten für Bahnhöfe. Rüber hat auch beim Bau der Hafeneinfahrt in Lindau mit dem Leuchtturm und Löwen mitgewirkt.

Rechts oben im ersten Stock regiert Frau Stockl, assistiert von Sarah Thonig als Empfangsmitarbeiterin Christin Lange. Die ersten Folgen wurden noch in den originalen Räumen gedreht.

„Doch nachdem die Beamten nach den Drehs ihre Akten nicht mehr gefunden haben, wurden die Büros in der Bavaria Filmstadt nachgebaut“, erzählt Gästeführerin Karin Wiesböck, die charmant und unterhaltsam vor und hinter die Kulissen führt.

Die Motive? Eifersucht, Rache oder Habgier

Auch wenn’s nicht ohne „Leich“ geht, die Geschichten sind niemals brutal. Die Verbrechen sind in der Regel schon passiert, wenn die Handlung einsetzt. Meist sind die Opfer mit stumpfen oder spitzen Gegenständen vom Leben in den Tod befördert worden. Die Motive sind klassisch: Eifersucht, Rache oder Habgier.

„Genauso wichtig wie die Schandtaten und ihre Aufklärung sind jedoch die kleinen unterhaltsamen Geschichten, die darum gesponnen werden, die amüsanten Frotzeleien unter den Kollegen und zwischenmenschlichen Verwicklungen“, erzählt Karin Wiesböck, die selbst schon als Statistin bei den „Cops“ mitgespielt hat.

Nicht nur Rosen sind im Riedergarten zu finden ...

Nächste Station: Riedergarten

Pikanterweise wird hier in der Folge „Rosenheimer Geheimnisse“ eine junge Stadtführerin von einer älteren Kollegin gemeuchelt, sie hatte die Ältere erpresst. Man findet die Arme hinter der Mariensäule – bedauerlich für das Opfer, erfreulich für die Zuseher.

Von hier kann die Kamera einen sehr schönen Blick werfen durchs Parkgrün auf den Turm der Nikolaus-Kirche. Der Turm mit seiner schlanken, grünen Zwiebelhaube taucht regelmäßig in den Filmen auf, aus vielen verschiedenen Perspektiven.

"Auch Touristen kommen nicht ungeschoren davon"

Nicht weit ist’s nun in die „gute Stube“ der Stadt, zum Max-Josefs-Platz mit seinen prächtigen Bürgerhäusern. Nahezu jedes Gebäude respektive Geschäft war schon einmal in einen Kriminalfall verwickelt, wie „Mode Adlmaier“, „Trachten Unterseher“ und, das geht ja gar nicht anders, „Juwelier Krumtünger“ – branchenbedingt bereits dreimal!

Mord in der Rikscha

„Aber auch Touristen kommen in der Serie nicht ganz ungeschoren davon“, verrät die Gästeführerin lachend. So geschehen in der Folge „Mord in der Rikscha“, in der ein Besucher während einer Stadtrundfahrt in einer Rikscha hinterrücks erstochen wird.

Erst als die Rikscha, nach Überquerung des Max-Josefs-Platzes, vor dem Mittertor hält, entdeckt der Fahrer das unfreiwillige Ableben seines Gastes. „Witzig, aber wahr: Es gibt Statisten, die eigens auf die Darstellung von Leichen spezialisiert sind“, verrät die Gästeführerin.

Das Mittertor ist das älteste Gebäude und Wahrzeichen der Stadt

Mittertor: Das Wahrzeichen

Das Mittertor ist das älteste Gebäude und Wahrzeichen der Stadt, es verbindet seit dem 14. Jahrhundert Max-Josefs-Platz und Ludwigsplatz. Heute ist darin das Städtische Museum untergebracht. Das Mittertor war schon in mehreren Folgen zu sehen und war selbst auch Tatort. In einer Folge musste im Tordurchgang ein Kreidemaler bedauerlicherweise sein Leben lassen.

Meist werden mehrere Folgen einer Staffel parallel gedreht, vor allem bei den Außenaufnahmen muss schönes Wetter optimal genutzt werden. Die Innenaufnahmen finden in der Regel in den Bavaria-Studios in München statt.

Doch keine Kulisse kann ihn ersetzen: den Bauernhof von Marie Hofer, Schwester des ersten Kommissars Hofer und Vermieterin des jetzigen Kriminalhauptkommissars Stadler. Der Hof liegt traumhaft schön mit Bilderbuch-Ausblicken in die bayerische Voralpenlandschaft. Wo genau er liegt, das bleibt allerdings geheim ...

INFO: Stadtrundgang „Auf den Spuren der Rosenheim-Cops“

Unterhaltsame Tour mit vielen Informationen und Geschichten rund um die beliebte Fernsehserie. Ganzjährig samstags 16 Uhr, Juni bis September auch mittwochs 18 Uhr und sonntags 11 Uhr. Mindestens fünf Personen, maximal dreißig Personen. Erwachsene 7 Euro, Kinder 5 Euro. Treffpunkt: vor dem Parkhaus P1 (Hammerweg 1/Touristinfo). Dauer: circa 1,5 Stunden.

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