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Mia meng Minga!

Bayerns Hauptstadt verbindet Urbanität mit Regionalität und Internationalität. In Museen, Geschäften, Märkten, Lokalen oder Gärten speist sich Münchens Charme aus einem besonderen Lebensgefühl. Es ist großstädtisch, aber überschaubar. Wir stellen euch für die nächste Städtereise einige Must-sees und Ikonen Münchens vor. Eine Reportage von Thomas Linkel (Text und Fotos)

Lesezeit: 15 Minuten

Wo München am schönsten ist

Wenn das Dach des Olympiastadions die frühmorgendlichen Sonnenstrahlen reflektiert und das intensive Orange des Himmels über dem denkmalgeschützten Bau einen neuen Tag einläutet, befindet sich die bayerische Landeshauptstadt gerade mal in ihrer vielversprechenden Aufwärmphase.

Und diese, inklusive des bilderbuchreifen Sonnenaufgangs, lässt sich besonders gut vom Olympiaberg, einem der schönsten Aussichtspunkte Münchens, beobachten. Das Architektenbüro Behnisch & Partner setzte 1972 mit der immer noch futuristisch anmutenden Zeltdachkonstruktion des Olympiastadions ein zeitloses Symbol für Leichtigkeit, Transparenz und Offenheit.

Hohlkopf aus Bronze: Bavaria sticht König

König Ludwig II. ist zweifelsohne eine der schillerndsten Persönlichkeiten, dem gleich mehrere Denkmäler in München gesetzt wurden. Wenn es allerdings um die Größe geht, wird der Monarch meterweit von der Bavaria überragt, denn die Patronin Bayerns misst 18,5 Meter und ist aus Bronze gegossen. Mit dem Kolossalbau der Ruhmeshalle im Hintergrund ist sie – nicht nur zu Oktoberfestzeiten – ein beliebtes Fotomodell auf der Theresienwiese.

Wurde der Monarch stets missverstanden, lässt die Bavaria durchaus einen Einblick in ihr Innenleben zu: In der Statue führt eine Wendeltreppe direkt in ihren Kopf. Von hier aus ist der Blick königlich!

Obwohl München eine Millionenmetropole ist, bewahrt sie sich den Charme der fußläufigen City. Der Weg von der Theresienwiese bis zu den Isar-Auen ist kurzweilig, er führt unter anderem vorbei am Schlacht- und Viehhofviertel, das mit roten Backsteingebäuden und Graffitiwänden eine unbekannte Seite Münchens zeigt.

Münchens Stadtstrand: Renaturierte Isar am Flaucher

Isar: Bayerische Lebenslust am Wasser

Die Stadt säumt als stimmungsvolle Kulisse den Fluss und die renaturierte Flusslandschaft. Mal ruhig, mal reißend, mal kristallklar, mal dunkel durchfließt das Wasser die Weltstadt.

Die Ufer sind zweifelsohne ein Spiegelbild des Münchner Dolce Vita: Egal ob Bier oder Champagner, Klappstuhl oder Picknickdecke, Pizza oder Feinkost, Ruhepause oder Sporteinheit, romantisches Date oder Familienfeier – das Leben der Münchner verlagert sich im Sommer ans, ins und aufs Wasser der Isar, die die Stadt auf gut 20 Kilometern durchzieht.

Besonders mystisch wirkt die Isar, wenn sich der Nebel auf das Wasser legt. Das ist allerdings nicht unbedingt ein morgendliches Wetterphänomen. Trübe Sicht ist zwischen Flaucher und südlicher Stadtgrenze die Folge von Geselligkeit: Ein Grill glüht neben dem anderen. Dann riecht der Münchner Stadtsommer nach Nackensteaks, Rauch, Knoblauch. In der Isar gekühltes Bier aus den über 20 Münchner Groß- und Kleinbrauereien schmiert die lauen Abende.

Glockenbachviertel: Voller kleiner Shops wie der "Keksliebe"

Auf ins Glockenbachviertel

Von den zahlreichen Isar-Brücken hat man einen guten Blick auf das bunte Treiben. Insbesondere die Reichenbach- und die Corneliusbrücke am Deutschen Museum bieten den perfekten Ausgangspunkt, um ins Stadtabenteuer einzutauchen.

Nach wenigen Meter wird vom sportlichen Spaziergang in den urbanen Schlendermodus geschaltet; vorbei an trendigen Shops, Cafés und Bars geht es zum Herzstück des Glockenbachviertels, dem Gärtnerplatz. Dabei stimuliert nicht nur historische und moderne Architektur das Auge, sondern auf halbem Weg auch ein besonders angenehmer Duft den Geruchssinn: In der Corneliusstraße befindet sich „Keksliebe“.

Blick auf den Viktualienmarkt

Urig shoppen auf dem Viktualienmarkt

Für Gourmets ist das nur der Anfang einer kulinarischen Stadtentdeckung. Der weltbekannte Viktualienmarkt liegt nur wenige Gehminuten vom Gärtnerplatz entfernt. Seit 1807 öffnen die HändlerInnen täglich (außer an Sonn- und Feiertagen) ihre Verkaufsstände.

Seit 1807 der Bauch der Stadt München

Auch wenn der ehemalige Bauernmarkt wie ein Delikatessenparadies wirkt, hat er sich sein urbayerisches Flair bewahrt. Das Areal sprüht vor Aromen, Farben und kulinarischen Verlockungen.

Beim Kauf von Blumen, frisch geröstetem Kaffee, Wurstspezialitäten oder einheimischen und exotischen Früchten gibt es häufig noch eine kostenlose Anekdote aus dem alten München, erzählt von bayerischen „Standlbesitzerinnen“.

Kleinere Märkte findet man über viele Stadtteile verteilt. Der Wiener Markt in Haidhausen ist einer von vier ständigen Märkten. Er befindet sich in der Nähe des Kulturzentrums Gasteig und zehn Radminuten vom neuen Werksviertel am Ostbahnhof.

Frauenkirche: Der dreischiffige spätgotische Backsteinbau dominiert das Stadtbild

Ein Riesenrad und zwei Türme

Der aus dem traditionsreichen Pfanni-Areal entstandene neue Stadtteil beheimatet Wohn- und Büroräume sowie Gastronomie – und das 78 Meter hohe Riesenrad „Umadum“. Von den Alpen bis zum Olympiapark lässt sich München von dort aus mit bloßem Auge erfassen. Dabei stechen die zwei Türme der Frauenkirche mit knapp 99 Metern besonders hervor.

Höhenmaß aller Dinge

Der dreischiffige spätgotische Backsteinbau im Zentrum der Stadt und nahe dem Marienplatz wurde 1494 geweiht. Dass das Stadtbild Münchens von diesem Wahrzeichen und keiner Skyline aus Hochhäusern geprägt ist, beruht auf einem Bürgerentscheid von 2004, der neue Bauprojekte auf maximal 100 Höhenmeter begrenzen wollte. Diese Grenze wurde seitdem nur selten überschritten, etwa von den Highlight Towers und dem Uptown.

 

Theatinerkirche: Italienischer Hochbarock und Wittelsbacher-Gruft

Prachtstraßen, Stadttore und ein Triumphbogen

Vom Odeonsplatz öffnet sich der Blick auf die Ludwigstraße, eine der vier Prachtstraßen in München. Während man auf der Maximilian- und Briennerstraße flaniert und die Prinzregentenstraße als geschütztes Ensemble-Baudenkmal bewundert, säumen Neorenaissance- und Neuromantik-Architektur die Ludwigstraße, die Richtung Norden führt und am Siegestor endet.

Begrenzen die historischen Stadttore, das Sendlinger Tor, das Karlstor und das Isartor, die Altstadt nach Süden, Westen und Osten, so markiert dieser imposante Triumphbogen die Grenze zu Schwabing. Passiert wird er besonders häufig von Studierenden der Ludwig-Maximilians-Universität, die der Maxvorstadt rund um die zahlreichen Fakultäten ein junges Flair verleihen.

 

Lenbachhaus: Einzigartige Kunstsammlung und wechselnde Ausstellungen

Kunst von Rubens bis Richter im Kunstareal

In Straßencafés werden angeregte Diskurse geführt, in kleinen Läden geht angesagte Mode über den Ladentisch und die Grünflächen rund um das Kunstareal werden als Sport-, Erholungs- und Lerninseln genutzt. Wer genau die HFF (Hochschule für Fernsehen und Film München) oder die Akademie der Bildenden Künste als Studierender betritt oder als Kulturliebhaber Museen wie Alte Pinakothek, Pinakothek der Moderne oder das Lenbachhaus besucht, bleibt häufig ein hinter schicken Sonnenbrillen und coolen Outfits verstecktes Geheimnis.

 

Geschwister-Scholl-Platz vor der Ludwig-Maximilians-Universität

Schwabing und Englischer Garten

Das Universitätsgelände erstreckt sich bis ins legendäre Schwabing, das zu Prinzregentenzeiten Ende des 19. Jahrhunderts als Bohème-Viertel galt und in den 1960er- und 1970er-Jahren dank seiner Clubkultur internationale Stars wie David Bowie oder Freddie Mercury zum Feiern anlockte.

Der angrenzende Englische Garten ist mit 375 Hektar Fläche eine der weiträumigsten innerstädtischen Parkanlagen der Welt. Die grüne Lunge Münchens mit Chinesischem Turm, Monopteros und Kleinhesseloher See ist eine Ode an das bayerische Lebensgefühl. Auf den Wiesen und im Biergarten, bei Schweinsbraten mit Knödeln, beim Frisbee-Spielen oder Surfen auf der Eisbachwelle ist die Welt in der Landeshauptstadt einfach völlig in Ordnung.

Mehr Infos zu München unter muenchen.travel

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