Chiemgauer Lokalbahn auf Ameranger Viadukt
Museumsbahnen: 12 nostalgische Ausflüge

Die Züge der Königlich Bayerischen Staatseisenbahn brachten einst Leben in Bayerns ländliche Regionen. Heute warten nostalgische Zug-Fahrten zwischen Oberbayern und Franken. Hier sind unsere 12 Tipps

Lesezeit: 15 Minuten

Museumsbahnen in Bayern: 12 Ausflugstipps

In der guten alten Zeit der Königlich Bayerischen Staatseisenbahn wurden zahlreiche Bah strecken abseits von Hauptstrecken angelegt. Sie führten oft durch reizvolle Landschaften. Mit dem Siegeszug des Autos wurden viele stillgelegt. Eisenbahnfreunde können heute einige davon mit Museumsbahnen wieder erleben. Wir päsentieren 12 Ausflug-Tipps wie die Chiemseebahn, die Mainschleifenbahn oder die Wiesenttalbahn mit der spektakulären Hindenburgbrücke.

Museumsbahnen in Oberbayern

Chiemgauer Lokalbahn auf Ameranger Viadukt

Chiemgauer Lokalbahn: Königlich Bayerische Vizinalbahn reloaded

Die Eisenbahn erschloss 1908 den nordwestlichen Chiemgau. In diesem Jahr nahm die Königlich Bayerische Vizinalbahn ihren Betrieb auf: von Endorf über Halfing und Amerang nach Obing.

Vizinalbahnen (lat. vicinus für „benachbart, nahe") nannte man Eisenbahnen, die die ländlichen Regionen erschlossen. Mit der Chiemgauer Bahn fuhren hauptsächlich die Menschen vor Ort und Ausflügler, und sie wurde für den Torfabbau bei Pittenhart genutzt. Der Personenverkehr wurde 1968 eingestellt.

Doch dank des Chiemgauer Lokalbahn e. V., der die Strecke restauriert hat, rollen heute wieder Züge – immer sonntags von Mai bis Oktober. Zum Einsatz kommt der MAN-Triebwagen VT 26 aus dem Jahr 1962. Er bietet 66 Sitzplätze der 2. Klasse und dieselt mit maximal 80 Stundenkilometern über die Schienen.

Attraktionen an der Strecke sind das Freilichtmuseum Amerang, das Schloss Amerang, ein Moorwanderweg, der Obinger See und mehr.

chiemgauer-lokalbahn.com

Rhön Zügle

Chiemseebahn in Prien: Charmante Zeitreise

Als König Ludwig II. 1886 starb, gab Prinzregent Luitpold das halbfertige Schloss Herrenchiemsee für Besucher frei – und förderte so den Tourismus am Chiemsee. Prien mit seinem Hafen zur Überfahrt nach Herrenchiemsee liegt an der 1860 eröffneten Bahnlinie von Rosenheim nach Salzburg.

Pferdekutschen brachten zuerst die Gäste vom Bahnhof zum Hafen, ab 1887 verkehrte eine Schmalspurbahn. Auch heute noch schnauben Lokomotiven mit originalem Salonwagen von damals über die zwei Kilometer lange Strecke, täglich von Mitte Mai bis Mitte September. Diensthabend sind die Dampflok „Laura", erbaut 1887 von Krauss & Comp.

Sie gilt als eine der ältesten betriebsfähigen Dampf-Lokomotiven weltweit, und die Diesellok „Lisa", erbaut 1962 von der Klöckner Deutz AG. Die Loks fahren nicht schneller als 25 Stundenkilometer.

chiemsee-schifffahrt.de

Ammersee Dampfbahn: Pack die Badehose ein

Jeden Sommer verbinden die Museumszüge der Ammersee-Dampfbahn das Eisenbahnmuseum Bahnpark Augsburg mit Utting am Ammersee. Die Strecke wurde im Jahr 1898 eröffnet.

Sie erschloss damals für Augsburger Bürger den Ammersee als Sommer-Freizeitregion. Die Fahrten heute lassen diese Tradition der alten „Badezüge" wieder aufleben. Man kann die nostalgische Reise noch mit Raddampfern über den Ammersee fortführen, bevor die Bahn am Abend wieder zurück nach Augsburg dampft.

Zum Einsatz kommt die denkmalgeschützte Dampflok 41 018: Die beeindruckende Maschine wurde 1939 von Henschel in Kassel gebaut, bringt stolze 167 Tonnen Gewicht auf die Waage und hat eine Leistung von 1.900 PS.

Im Bahnpark Augsburg wiederum warten spannende Ausstellungen auf die Besucher. Die Züge verkehren nur an ausgewählten Sonn- und Feiertagen im Mai, Juli und August. 

ammersee-dampfbahn.de

Museumsbahnen in Allgäu/Bayerisch-Schwaben

Schnellzuglok im Bayerischen Eisenbahnmuseum Nördlingen

Bayerisches Eisenbahnmuseum in Nördlingen: Durchs Ries dampfen

Das private Bayerische Eisenbahnmuseum liegt auf dem Gelände des ehemaligen Bahnbetriebswerkes in Nördlingen. Dessen Anfänge reichen zurück ins Jahr 1849, als die Ludwigs-Süd-Nord-Bahn entstand, die von Lindau bis Hof führte. Sie war die erste Strecke der Königlich Bayerischen Staats-Eisenbahnen.

Nach Stilllegungen 1982 wurde das Gelände wieder so weit hergerichtet, dass hier erneut Dampflokomotiven und Dieseltriebfahrzeuge eingesetzt werden können.

Das Museum verfügt über mehr als zweihundert Originalfahrzeuge – Dampfloks, E-Loks, Dieselloks. Neben Fern- und Sonderfahrten bietet es regelmäßige Fahrten mit historischen Dampfzügen an.

Der „Seenland-Express" etwa rollt auf der Strecke von Nördlingen nach Gunzenhausen, die bereits Teil der Ludwigs-Bahn war. Der „Donau-Ries-Express" steuert Harburg an. Zum Einsatz kommen unter anderem Dampfloks aus den Jahren 1928 und 1936.

bayerisches-eisenbahnmuseum.de 

Bayerischer Localbahn Verein: In der „Donnerbüchse" durch Bayern

Der Bayerische Localbahnverein e. V. betreibt historische Züge und sammelt historisches Eisenbahnmaterial aus Bayern. Ebenso unterhält er das Localbahnmuseum Bayerisch Eisenstein und ein Betriebswerk in Landshut. Dampfzugfahrten finden an ausgewählten Terminen statt, unter anderem zwischen Augsburg, Friedberg und Aichach, mit Dampf- und Dieselloks durch das Paar- und Donautal ins Nördlinger Ries oder Dampflok-Fahrten rund um München über die Isarbrücken.

Für die historischen Zugfahrten werden Sitzplätze in der 2. und 3. Klasse angeboten. Die 2. Klasse hat ihren Platz in einem Reisezugwagen aus den 1960er Jahren (ehemaliger „Silberling", Merkmal: unlackierte Außenhaut aus nichtrostendem Edelstahl „Nirosta"), die 3. Klasse in „Donnerbüchsen" aus den 1920er und 1930er Jahren (zweiachsige Durchgangspersonenwagen der Deutschen Reichsbahn in Ganzstahlbauart), die auch offene Plattformen an den Wagenenden besitzen. Ein historischer Speisewagen wird in der Regel mitgeführt.

blv-online.eu

Museumsbahnen in Ostbayern

Ilztalbahn auf der Ilzbrücke bei Fischhaus

Ilztalbahn: Mit vereinten Kräften

Die Ilztalbahn wurde im Jahr 1892 fertiggestellt und verband Passau mit Freyung im südöstlichen Bayerischen Wald. Die Strecke wurde 2005 stillgelegt – bis die Ilztalbahn GmbH 2011 den Personenverkehr wieder aufnahm. Mehr als 700 Mitglieder eines Fördervereins helfen beim Erhalt der 50 Kilometer langen Strecke. Sie stellen auch das ehrenamtliche Personal.

Die Ilztalbahn ist die direkteste und schönste Verbindung von Passau in den „Woid". Sie fährt immer samstags, sonntags und an Feiertagen vom 1. Mai bis Mitte Oktober.

Über die Schienen rollt ein Triebwagen aus dem Jahr 1987 (nicht barrierefrei). Es gibt auch Nostalgiefahrten mit einem historischen Uerdinger Schienenbus an ausgewählten Terminen. Das Fahrzeug mit seinen typischen, in Fahrtrichtung umklappbaren Banklehnen der Baureihe VT 98 stammt aus den 1950er Jahren und war bis 1982 im Einsatz.

Ab Freyung verbindet ein Bus (Linie 605) weiter zum Nationalparkzentrum Lusen. Und ab Waldkirchen kann man per Bus (Linie 606) und tschechischer Bahn die Städte Krumau oder Budweis besuchen.

ilztalbahn.eu

Waldbahn: Im „Woid" dahoam

Die Waldbahn, der Markenname für die Züge der Länderbahn GmbH, verbindet Bayerisch Kanada (Tal des Schwarzen Regen), den Nationalpark Bayerischer Wald sowie die Region am Großen Arber mit den Städten Deggendorf und Plattling.

Die Bahn fährt im Stundentakt auf vier Linien: RB 35 von Plattling über Deggendorf, Gotteszell, Regen und Zwiesel nach Bayerisch Eisenstein; RB 36 von Zwiesel über Frauenau und Spiegelau nach Grafenau; RB 37 von Zwiesel nach Bodenmais; und RB 38 von Gotteszell über Teisnach nach Viechtach.

Die Waldbahn steuert dabei auch Start- und Endpunkte zahlreicher Wandertouren an (Infos dazu auf der Website oder in der Broschüre „Bahnwandern im Bayerischen Wald"). Tipp: das Waldbahn-Tagesticket, das im kompletten Waldbahn-Netz gilt. Die Waldbahn akzeptiert auch das Deutschland-Ticket.

laenderbahn.com/waldbahn

Wanderbahn: Wunderbar durchs Regental

Die Lokalbahn Gotteszell-Viechtach wurde 1890 als private Lokalbahn eröffnet. Die Strecke wurde 1928 nach Norden über Fichtental bis Blaibach erweitert. Aufgrund ihrer Streckenführung abseits größerer Orte spielte sie allerdings nie eine große Rolle.

Nach der Streckenschließung 1991 wurde auf dem Abschnitt Viechtach-Blaibach wurde der Regentalradweg angelegt. Die übrige, ursprüngliche Strecke Gotteszell-Viechtach, die ab Teisnach durch das Regental führt, blieb erhalten, sodass seit 2016 dort wieder regelmäßig Züge rollen: die „Wanderbahn im Regental".

Für ihren Betrieb sorgen die Mitglieder eines Vereins ehrenamtlich. Die Wanderbahn fährt mit einer historischen Esslinger Dieseltriebwagengarnitur. Diese besteht aus dem Triebwagen VT07 (Baujahr 1952) und dem antriebslosen Steuerwagen VS28 (Baujahr 1956) und ist in ihren alten Farben Beige und Blau lackiert. Zum Kanutransport wird zwischen Trieb- und Steuerwagen der Güterwagen G01 gehängt. Streckenlänge: 25 Kilometer, Höhendifferenz: 141 Meter. Fahrten: an ausgewählten Sonn- und Feiertagen April bis Oktober.

wanderbahn.de

Museumsbahnen in Franken

Mainschleifenbahn

Mainschleifenbahn: „Säuferbähnle"

Die Mainschleifenbahn nahm 1909 ihren Betrieb auf, als eine der letzten Nebenbahnen der Königlich Bayerischen Staatseisenbahnen. 1994 stillgelegt, ist die Strecke ein Technikdenkmal in Unterfranken, ein ehrenamtlich arbeitender Verein organisiert Museumsfahrten.

Die Züge starten in Seligenstadt nahe Prosselsheim und fahren bis in die Frankenwein-Hochburg Volkach, die Bahn nennt der Volksmund deshalb auch „Säuferbähnle".

Während der zehn Kilometer langen Fahrt bieten sich reizvolle Aussichten auf den Main, auf Weinberge und Ortschaften. Man nimmt dabei Platz in einem Uerdinger Schienenbus VT 796 702-6: Zugfahrt-Feeling wie in den 1960er Jahren! Gefahren wird an Sonn- und Feiertagen von Mai bis Mitte Oktober. Der Spaß dauert für die einfache Fahrt 45 Minuten.

mainschleifenbahn.de

Wiesenttalbahn: Die „Fränkische" auf Gleisen erleben

1891 fuhr der erste Zug von Forchheim nach Ebermannstadt ins Herz der Fränkischen Schweiz. Aber erst 1930 wurde die Strecke durchs Wiesenttal bis Behringersmühle verlängert, die letzte Eröffnung einer Nebenbahn in Bayern.

Aufgrund der vielen Bauten wie der 155 Meter langen „Hindenburgbrücke" oder der Verlegung des Betts der Wiesent um 200 Meter wurde dieser Abschnitt in die bayerische Denkmalliste aufgenommen. Er war bereits 1976 stillgelegt worden.

Die Dampfbahn Fränkische Schweiz e. V. betreibt diesen Abschnitt heute als Museumsbahn. Die Züge fahren sonntags von Mai bis Oktober und Ende November/Anfang Dezember. Antrieb liefern Dampf- und Dieselloks der Jahrgänge 1923, 1939, 1940 und 1956, als Waggons dienen unter anderem die Wagen der Königlich Bayerischen Staatsbahn und die „Donnerbüchsen" der Deutschen Reichsbahn.

Die Fahrt dauert für die einfache Fahrt 45 Minuten. Das landschaftlich reizvolle Wiesenttal und seine Umgebung, früher „Müggendorfer Gebürg" genannt, ist eine Wanderhochburg in der Fränkischen Schweiz.

dampfbahn.net

Rhön Zügle

Rhön-Zügle: Stilvoll ins Freilandmuseum

Das Fränkische Freilandmuseum Fladungen repräsentiert rund 300 Jahre Alltagsgeschichte in Unterfranken und der Rhön. Am schönsten erreicht man das Gelände mit dem historischen Rhön-Zügle, das ab Mellrichstadt bis vor die Tore des Museums fährt.

Die 1898 eröffnete Lokalbahn wurde 1976 eingestellt und 2000 als Museumsbahn wiedereröffnet. Der Verein Rhön-Zügle e. V. sorgt für den Betrieb.

Als Lokomotiven dienen eine Dampflok 98 886 von Krauss Maffei & Comp. München von 1924, die speziell für die bayerischen Lokalbahnen konstruiert wurde, oder eine Diesellokomotive V 60 734 der Maschinenbau Kiel GmbH. Der älteste Waggon stammt von 1922.

Die Bahn fährt sonntags von Mai bis Mitte Oktober. Die Strecke durch das reizvolle Streutal ist 18 Kilometer lang, die Fahrt dauert 50 Minuten.

freilandmuseum-fladungen.de/de/rhoenzuegle

Fränkische Museums-Eisenbahn: Durch Bayern dampfen

Die von einem Verein getragene Museums-Eisenbahn ist am Nürnberger Nordostbahnhof beheimatet. Dort werden historische Fahrzeuge restauriert und wieder instandgesetzt.

Ziel ist es, den Eisenbahnverkehr aus der Mitte des 20. Jahrhunderts wieder erlebbar zu machen. So können Fahrgäste bei Sonderfahrten eine Reise zurück in die gute alte Eisenbahn-Zeit genießen. Eine Dampflokomotive 52 8195 aus dem Jahr 1943 zieht den historischen Sonderzug des Vereins.

Im Schlepptau folgen acht Reisezugwagen der 1. und 2. Klasse, ein Speisewagen und/oder ein Bierwagen. Es gibt Sitzplätze für gut 400 Fahrgäste. Die Museums- und Charterfahrten führen meist nach Nordbayern und in benachbarte Regionen. Reisezeit ist üblicherweise von Mai bis Dezember.

fme-ev.de

Bayerische Landesausstellung 2026 „Musik in Bayern" in Freyung vom 25. April bis 8. November

Ob Orlando di Lasso, La Brass Banda oder Zwiefacher – das Musikland Bayern hat viele Stimmen! Die Bayerische Landesausstellung widmet sich heuer dieser spektakulären Vielfalt. Unter dem Motto „Musik in Bayern" flötet, tönt, schallt, swingt und groovt es in und um Freyung. Die Stadt im Südosten des Bayerischen Walds zieht alle Register: „Aufgspuit" wird Volksmusik ebenso wie alte Musik, Punk und Rock, Klassik, Pop oder Zeitgenössisches.

Besucher beginnen den Musiktrip im Multiplexkino im Stadtplatzcenter mit einer klangvollen Filmstory. Die Tour führt anschließend ins „TonYversum", ein restauriertes Gebäude. Eine Bühnenshow dort macht Musik in Bayern mit allen Sinnen erlebbar. Weiter geht es mit einer Zeitreise vom Mittelalter bis heute, vom Krummhorn bis zur Musikbox. Man betritt Klangräume und interaktive Audiowelten, kann Instrumente ausprobieren, selbst dirigieren oder das Tanzbein schwingen. Täglich gibt es in Freyung und Umgebung in Sälen und Kirchen, auf Stadtplätzen und Waldlichtungen Konzerte. Und nicht zuletzt wartet auf Besucher die herrliche Natur des Bayerischen Waldes. Landesausstellung, Live-Acts und Natur – ihr Zusammenspiel garantiert einen erlebnisreichen Ausflug nach Freyung!

Anreise-Tipp: Die Ilztalbahn fährt samstags, sonntags und feiertags von Passau durch das reizvolle Ilztal in eineinhalb Stunden bis Freyung. Vom Bahnhof sind es zehn Gehminuten zum TonYversum. Die Bahn bietet jeweils rund drei Stunden und vierzig Minuten Aufenthalt – Zeit für die Landesausstellung und eventuell eine Einkehr. Mit einer tagesgültigen Fahrkarte erhalten Fahrgäste ermäßigten Eintritt. Sonntags und feiertags gibt es Live-Musik im Zug! Details dazu auf der Homepage.
Ilztalbahn.eu

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