Auf luftigem Pfad durch Baumwipfel spazieren, die Geheimnisse des Waldes oder Auen und Moore erkunden: Das Allgäu und Bayerisch-Schwaben haben viele Naturerlebnisse für Familien mit Kindern in petto. Hier kommen acht Tipps
8 tolle Naturerlebnisse im Allgäu und Bayerisch-Schwaben mit Kindern
Dieses Listicle stellt acht Naturerlebnis-Destinationen im Allgäu und Bayerisch-Schwaben vor, die sich besonders für Familienausflüge eignen. Die Bandbreite reicht von Walderlebniszentren mit Baumkronenwegen über Begegnungen mit zutraulichen Eichhörnchen und exotischen Schmetterlingen bis zu geologischen Besonderheiten wie dem Meteoritenkrater im Nördlinger Ries. Historisch wird es in mittelalterlichen Erzabbau-Gebieten, während Einrichtungen wie das Mooseum die Ökosysteme der Auen und Moore vermitteln.
Walderlebniszentrum Füssen: Bergwald verstehen
Zwischen dem Lech und den Hängen des Allgäuer Bergwaldes liegt das Walderlebniszentrum Füssen. Es informiert über den Lebensraum Wald. Besucher erleben seine Faszination auf den Lehrpfaden „Auwald- und Bergwaldpfad“, auf einem Baumkronenweg sowie in einer Ausstellung. Der Auwaldpfad ist ein echtes Wildnis-Abenteuer. Er führt durch Dickicht und hohe Bäume, Kinder lösen unterwegs Rätsel, hangeln sich übers Wasser, fahren mit einem Floß und mehr.
Unterwegs gibt es zwei Abenteuer-Spielplätze mit Geräten zum Klettern und Balancieren. Der Bergwaldpfad, mit Panorama-Ausblicken, informiert mit interaktiven Stationen über Nutzen und Funktion des Bergwaldes, über Tiere und Pflanzen. Der Baumkronenweg liegt 20 Meter über dem Boden und ist 500 Meter lang. Er bietet Ausblicke auf den Wald und den türkisfarbenen Lech. Die Ausstellung „Mein Wald“ vermittelt Wissenswertes zum Bergwald, den Kreislauf des Wassers und die Lebewesen am Lech. Erwachsene zahlen fünf Euro, für Kinder und Jugendliche bis 15 Jahre ist der Besuch kostenlos.
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Fischen: Eichhörnchen-Alarm
Der Weidachwald bei Fischen ist bekannt für seine zutraulichen Eichhörnchen. Die Tiere haben sich längst an den Besuch von Tierfreunden gewöhnt. Mitunter fressen sie aus der ausgestreckten Hand. Das Füttern ist zwar nicht verboten, aber man sollte sich bewusst sein, dass es sich um Wildtiere handelt. Wenn sie gefüttert werden, gerät das natürliche Gleichgewicht durcheinander.
Auch Krähen, Eichelhäher und andere Vögel haben sich an die Menschen gewöhnt. Mehr über das Leben der Eichhörnchen erfahren Kinder und Erwachsene auf dem Walderlebnisweg „Kindertore" mit Wissenstationen: Was fressen die kleinen Nager? Was für Zähne haben sie? Wo und wie bauen sie ihr Nest? Die Runde endet an einem familienfreundlichen Kurpark mit Spielplatz, Kletterpark, Minigolf, Barfußpfad und Kräutergarten. Wer noch weiter spazieren möchte, geht bis an den Iller-Ursprung.
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Schmetterling-Erlebniswelt: Flatterhaftes in Pfronten-Weißbach
Ein faszinierendes Erlebnis für Eltern wie Kinder ist die bunte Vielfalt exotischer Schmetterlinge – und das mitten im Ostallgäu! Das ehemalige Gewächshaus eines Blumengeschäfts in Pfronten-Weißbach bietet eine Heimat für exotische Insekten aus Südamerika, Asien und Afrika. Man sieht unter anderem freifliegende Atlasspinner, Kometenfalter, Maracujafalter und viele weitere Schmetterlinge.
Besucher bestaunen bei 25 Grad Raumtemperatur und subtropischer Feuchtigkeit die feingliedrigen Schönheiten beim Futtern, Fliegen und Paaren. Und sie erfahren unter sachkundiger Führung Wissenswertes über den Lebensweg der Insekten, vom Ei über die Raupe, die Puppe bis zum Schmetterling. Erwachsene zahlen 12,50 Euro, Kinder (vier bis 16 Jahre) 10,50 Euro, Familien (zwei Erwachsene und drei Kinder) 46,50 Euro.
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Bad Grönenbach: Geheimnisse des Waldes
Kleine wie große Besucher lernen im Kneipp-Heilbad Bad Grönenbach, südlich von Memmingen, die Geheimnisse des Waldes kennen. Ein Erlebnispfad lädt dazu ein. Er ist als Rundweg mit neun Stationen angelegt. Sie informieren zu Themen wie beispielsweise „Die Fichte", „Tiere des Waldes", „Waldstille" oder „Totholz".
Entlang des Weges sind verschiedene Murmelbahnen aufgestellt. Sie sind Tieren gewidmet – so muss etwa bei der Igelbahn die Murmel ihren Weg durch ein Netz von Stacheln finden. Der Erlebnisweg ist knapp drei Kilometer lang und dauert etwa eineinhalb Stunden. Er eignet sich für einen Ausflug mit der ganzen Familie, ist allerdings aufgrund von Steigungen und schmalen Wegen für Kinderwagen nur bedingt geeignet. Bei schönem Wetter laden die Seen in der Nähe zum Baden ein.
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UNESCO Global Geo Park Ries: Erdgeschichte und Geologie
Das Nördlinger Ries (abgeleitet vom Namen der römischen Provinz Raetia) – nahezu kreisrund und mit einem Durchmesser von 20 Kilometern – gilt als einer der am besten erhaltenen Impaktkrater der Erde. Das Ries liegt zwischen Schwäbischer und Fränkischer Alb. Angebote für kleine Entdecker machen den durch einen Meteoriteneinschlag entstandenen Krater zum spannenden Abenteuerspielplatz.
Kinder wie Erwachsene unternehmen an verschiedenen Orten abwechslungsreiche Touren und erfahren viel über die Erdgeschichte, Naturbesonderheiten und Geschichte. Wie auf den Pfaden in Daiting (vier Kilometer) und Lindle (zwei Kilometer), an der Erlebnisstation Wemding oder an den Infostellen Kirchheim und Reimlingen. Außerdem bieten zertifizierte Guides Touren an, die über Erdgeschichte, Geologie, Natur und Besiedlungsgeschichte. informieren.
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Aichacher Grubet: Geschichte und Natur im Wittelsbacher Land
Das Aichacher Grubet, nordöstlich von Augsburg, empfiehlt sich für Familien, die im Wald spazierengehen und dabei etwas erleben möchten. Grubet heißt das Gebiet, weil man dort im Mittelalter Eisenerz abgebaut hat. Davon zeugen noch heute über 3.000 trichterförmige Gruben, sogenannte „Pingen". Ein Info-Pavillon und Schautafeln informieren darüber.
Ein circa zwei Kilometer langer Parcours bietet Wissenswertes über den Wald. Insgesamt 15 Stationen wie eine Sprunggrube, ein Barfußpfad oder Holzinstrumente laden dazu ein, den Lebensraum Wald spielerisch zu erkunden. Klapptafeln mit einem Fragespiel versorgen mit Informationen über Flora und Fauna. Außerdem gibt es einen Lehrbienenstand mit Schaubienenkästen. Ein Biergarten lädt im Sommer zur Einkehr ein.
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Oberschönenfeld im Augsburger Land: Wald, Wild und viele Schaukeln
Das Kloster Oberschönenfeld, eine traditionsreiche Zisterzienserinnenabtei bei Gessertshausen, ist ein schönes Ausflugsziel im Augsburger Land. Neben barockem Kloster und Rokoko-Kirche gibt es Museen und ein Kunstforum. Ein Erlebnispfad im nahen Wald lädt zu Erkundungen ein.
Der zweieinhalb Kilometer lange Weg klärt an neun Stationen über den Lebensraum Wald auf. Es gilt, an den interaktiven Mitmachstationen Naturrätsel zu lösen und sein Wissen über den Wald unter Beweis zu stellen. Außerdem sorgt ein preisgekrönter inklusiver Spielplatz beim Kloster mit Schaukeln, Rutschen und mehr für jede Menge Spaß. Damm- und Rotwild tummelt sich in einem Freilandgehege im nahen Wildhof Albrecht.
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Mooseum im Schwäbischen Donautal: Grünes Klassenzimmer
Das „mooseum" in Bächingen an der Brenz, nahe Gundelfingen, ist das Informations- und Bildungszentrum für die Lebensräume des Schwäbischen Donautals. Besucher entdecken hier die Welt der Auen, Moore und Flusslandschaften. Eine Dauerausstellung mit interaktiven Stationen informiert über die Entstehung, Entwicklung und Nutzung sowie die Bedeutung der Auwälder und Moore. Und es werden Naturschutzprojekte im Schwäbischen Donautal vorgestellt – von der Wiedervernässung bis zur nachhaltigen Nutzung der Landschaft.
Das „mooseum" lädt Familien und Schulklassen zum Mitmachen ein: Im Inneren dient Kindern und Jugendlichen das „Grüne Klassenzimmer" als Forschungslabor, „D'r Saustall" als heimatkundliche Werkstätte. Im Außengelände erwarten sie ein Barfußpfad mit Sinnesgarten, ein Donauspielplatz und ein Feuchtbiotop mit zahlreichen Tier- und Pflanzenarten. Regelmäßig finden Exkursionen statt.
mooseum.net