Herzogstand-Wanderung mit Blick auf den Walchensee
7 Gipfel mit super Aussicht

Höher, weiter, besser! Nichts geht über einen atemberaubenden Gipfelblick. Hier kommen sieben Tipps für Berge mit besonderer Aussicht

Lesezeit: 11 Minuten

7 Berge mit den schönsten Gipfel-Aussichten in Bayern

Gipfel der Notkarspitze in den Ammergauer Alpen

1

Eine Tour mit gewaltigem Rundumblick: Von Ettal auf die Notkarspitze (1.889 Meter)

Der Aufstieg ist zwar recht lang und zieht sich, aber oben wird die Anstrengung durch eine fabelhafte Fernsicht belohnt! Die Notkarspitze im Nordosten der Kramergruppe ist einer der gewaltigsten Panorama-Gipfel der Ammergauer Alpen. Zum Abschluss lockt noch beste bayerische Kulinarik in der Klostergaststätte Ettal.

In Ettal geht die Tour auch los, auf dem Notalmweg Richtung Süden, nach 500 Metern an der Weggabelung ein kurzes Stück nach rechts und dann gleich links in den knackigen Anstieg. In vielen Serpentinen schlängelt sich der Pfad nach oben. Nach insgesamt 2,5 Kilometern biegt die Route rechts Richtung Westen ab. Mit dem Ochsensitz (1.515 Meter) und dem Ziegelspitz (1.719 Meter) nimmt man zwei Gipfel im wahrsten Sinne im Vorübergehen noch mit. Die Kuppe der Notkarspitze rückt nun sichtbar immer näher. Von oben bietet sich dann ein prächtiger Blick rundum: im Osten jenseits des Loisachtals auf das nahe Estergebirge, dann weiter über den Isarwinkel bis zu den Tegernseer und Schlierseer Bergen in der Ferne. Im Westen über die anschließende Kette der Ammergauer Alpen bis weit hinein ins Allgäu, weit hinten spitzt noch der Säuling bei Füssen heraus. Im Norden auf den Starnberger See und die Schotterebene. Und im Süden natürlich auf den majestätischen Herrscher der bayerischen Berge, auf die erhabene Zugspitze.

Für den Abstieg geht es direkt nordwärts über einen mitunter steileren Weg. Trittsicherheit ist hier enorm wichtig. Am Ende führt ein flacher Ziehweg zurück nach Ettal. Dort empfiehlt sich neben einer Einkehr im „Klosterbräustüberl“ unbedingt auch ein Besuch der Benediktinerabtei und des Klosterladens.

  • Gesamtstrecke: 10,8 Kilometer
  • Höhenmeter: 1.103 Meter
  • Einkehr: Auf der Tour keine Möglichkeit, im Tal im Klosterbräustüberl
  • Anfahrt: Mit der Bahn bis Oberau, weiter mit Bus 9606 bis Klostergasthof Ettal

2

Zu Höhle und Wasserfall: Auf den Hohen Fricken (1.940 Meter) im Werdenfels

Als richtiger Hausberg für Garmisch-Partenkirchen geht er wohl nicht mehr durch, da gibt es andere wie den Wank, den Kramer, den Königstand. Der Hohe Fricken ist dennoch ein Gipfelklassiker im Werdenfelser Land, mit einer beeindruckenden Rundumsicht, die man auf einer vielseitigen und abwechslungsreichen Tour erreicht.

Vom Bahnhof Oberau geht es erst Richtung Süden, über die Loisach und dann direkt an der dem Schutzheiligen der Flößer gewidmeten Nepomuk-Kapelle gleich nach rechts weg. Auf den ersten drei Kilometern zieht sich die Strecke recht flach hin, dann zweigt der Weg links nach Osten ab und gewinnt nun umso zügiger an Höhe. Auf den nächsten gut vier Kilometern bis zum Gipfel geht es mehr als 1.250 Höhenmeter nach oben, bis auf die Bergspitze mit ihrer enormen Aussicht. Im Osten blickt man bis in die Schlierseer Berge, rechts davon angrenzend sieht man die Soierngruppe über dem Isartal bei Krün, daneben das Karwendel. Im Süden das Wettersteinmassiv mit der Zugspitze, im Westen die Ammergauer, dahinter die Allgäuer Alpen, im Norden die Ebene mit dem Starnberger See und einem „Hauch von Ammersee“. Eine wahre Pracht!

Abwärts geht es die ersten 300 Meter auf dem gleichen Weg zurück, dann nach links Richtung Westen und vorbei an der Frickenhöhle, einer mehr als drei Kilometer langen, mit einem See gefüllten Karsthöhle, die nur erfahrene Höhlengeher und -taucher betreten sollten. Über weitere großartige Aussichtspunkte und die drei imposanten Kuhfluchtwasserfälle geht es zurück ins Loisachtal nach Farchant.

  • Gesamtstrecke: 12 Kilometer
  • Höhenmeter: 1.286 Meter
  • Einkehr: Auf der Tour keine, in Farchant gibt es einige Lokale, etwa den Alten Wirt
  • Anfahrt: Mit der Bahn bis Oberau, zurück mit der Bahn ab Farchant
Ausblick vom Herzogstand auf den Kochelsee (links) und den Walchensee (rechts)

3

Königliches Panorama: Vom Kesselberg auf den Herzogstand (1.731 Meter)

Ob bei der Anfahrt Richtung Kochel, ob vom Ostufer des Walchensees – der Herzogstand macht von vielen Seiten aus betrachtet eine gute Figur. Er präsentiert sich als selbstbewusste Gestalt und als eine der dominantesten Erscheinungen unter all den schönen Gipfeln der Bayerischen Voralpen. Großartig und kaum zu toppen ist natürlich auch die Aussicht vom Gipfel selbst. Auf die Seen, auf die Berge und ins Land.

Von der Passhöhe am Kesselberg geht es gut ausgeschildert nach Südwesten über die Forststraße nach oben, auf den ersten zwei Kilometern noch etwas flacher, danach etwas steiler. Eine vom technischen Anspruch leichte Tour ohne größere Komplikationen. Vorbei am Herzogstandhaus führt der Weg auf dem letzten Kilometer in gemächlichen Serpentinen auf den Gipfel des Berges, der schon vor bald 500 Jahren seinen Namen erhielt, 1535 von den Bayern-Herzögen Wilhelm IV. und Ludwig X., die den Berg gerne zur Jagd nutzten. Für einen anderen Ludwig wurde der Herzogstand zu einem der Lieblingsgipfel, jedes Jahr im Juli kam er hierher und genoss für mehrere Tage die schöne Aussicht in seine Bayerischen Alpen, die damals wie heute mächtig beeindruckt. Vom Mangfallgebirge übers Karwendel und Wetterstein bis weit hinein in die Ammergauer und Allgäuer Alpen – und natürlich auf die beiden Seen zu Füßen des Herzogstands, den Kochelsee im Norden und den Walchensee im Süden.

Zum Walchensee geht es auch auf der Route bergab, am Herzogstandhaus rechts weg und dann runter zur Talstation der Herzogstandbahn.

  • Gesamtstrecke: 12 Kilometer
  • Höhenmeter: 868 Meter
  • Einkehr: Berggasthaus Herzogstand
  • Anfahrt: Mit der Bahn bis Kochel, weiter mit dem Bus 9608 bis Kesselberg, Passhöhe. Zurück mit dem Bus 9608 ab Walchensee bis Kochel
Sylvensteinsee

4

Waldhügel mit überraschenden Aussichten: Von der Jachenau auf den Staffel (1.532 Meter)

Der Gipfel ist immer noch ein Geheimtipp und selbst für manchen bayerischen Bergwanderer kein Begriff. Auch aus dem Tal wirkt der Staffel eher unscheinbar, ein kleiner grüner Waldhügel, bei dessen Anblick man sich von unten kaum vorstellen kann, welch großartigen Ausblick der Gipfel ganz oben liefert.

Erklimmen lässt sich der Staffel von zwei Seiten, die schönere Aufstiegsroute führt aus dem Tal der Jachenau gut beschildert durch die kleine Siedlung Niggeln über die östliche Variante. Nach 1,5 Kilometern vorbei an einem pittoresken Wiesengrund, dann beginnt die Steigung, die mit Ausnahme eines immer noch recht unkomplizierten kurzen Steigs harmlos bleibt. Über die Staffelalm geht es auf den letzten Metern über die Südseite nach oben. Dort laden einige Bänke zum Niedersetzen und angesichts des wundervollen Panoramas letztlich auch zum Niederknien: Zugspitze und Wetterstein im Südosten, das Karwendel im Süden, das Massiv der Benediktenwand im Norden, jenseits davon die liebliche Jachenau, die sich über 15 Kilometer von West nach Ost zieht und daher im Sommer von früh bis spät von der Sonne beschienen wird – so wie im Süden unten im Tal der glitzernde Sylvensteinspeicher.

Abwärts geht es nun Richtung Westen auf einem gut begehbaren Pfad hinunter in die Ortschaft Jachenau.

  • Gesamtstrecke: 9,8 Kilometer
  • Höhenmeter: 780 Meter
  • Einkehr: Auf der Tour keine, in Jachenau Gasthof Jachenau
  • Anfahrt: Mit der Bahn bis Lenggries, weiter mit dem Bus 9595 bis Jachenau, Bäcker. Zurück ab Jachenau mit dem Bus 9595

5

Aussichtsreicher Geheimtipp: Der Schönberg (1.620 Meter) bei Lenggries

Wer eine Alternative zum beliebten und gerade an Wochenenden auch sehr bevölkerten Seekarkreuz sucht, ist dort genau richtig. Am Schönberg erstaunt die Aussicht. Schließlich ragt der Gipfel mit 1.620 Metern noch höher empor als das Seekarkreuz (1.601 Meter). In jedem Fall macht der Schönberg auch wegen des Panorama-Blicks seinem Namen alle Ehre.

Von Fleck aus führt der Weg zunächst flach nach Osten. Nach knapp drei Kilometern am Schmickerstein an der Wegkreuzung links halten. Nun geht es 2,5 Kilometer spürbarer aufwärts. Am Wegpunkt Maria Eck zweigt die Tour für den letzten Anstieg auf den Schönberg rechts nach Süden ab. Vom Gipfel schweift der Blick über den Isarwinkel und Lenggries Richtung Brauneck und den Gebirgsstock bis zur Benediktenwand. Auf der östlichen Seite auf den Roß- und Buchstein mit der Tegernseer Hütte bis ins Mangfallgebirge, im Süden natürlich die Karwendelfelsen, rechts anschließend das Wettersteinmassiv.

Bergab geht es erst zurück nach Maria Eck, dann geradeaus weiter Richtung Lenggrieser Hütte. Wem der Sinn nach einem Doppelgipfelglück steht, nimmt beim Abstieg nochmal 40 Höhenmeter extra aufs Seekarkreuz in Kauf. Ansonsten nach der Hütteneinkehr über den Sulzersteig und das Hirschbachtal bis nach Lenggries.

  • Gesamtstrecke: 16,4 Kilometer
  • Höhenmeter: 1.020 Meter
  • Einkehr: Lenggrieser Hütte
  • Anfahrt: Mit der Bahn bis Lenggries, weiter mit dem Bus 9569 bis Fleck, Gasthaus Papyrer
Tegernsee: Blick auf die Stadt direkt am Seeufer

6

Vom Schliersee bis zum Tegernsee: Die Zwei-Seen-Tour über die Baumgartenschneid (1.448 Meter)

Eine großartige Zwei-Seen-Tour, diese Wanderung von Schliersee nach Tegernsee über die Baumgartenschneid! Ein Ausflug mit einem bezaubernden Gipfelblick, einer wunderbaren Almhütte und einer einzigartigen Kapelle hoch oben am Felsen.

Vom Bahnhof Schliersee geht es unten am See entlang, vorbei am „Café Milchhäusl“ und an der ersten Wegkreuzung links. Nach kurzem An- und Abstieg am Freudenberg über die Bahn und weiter nach Breitenbach. Im Ort den Wegweisern nach links folgen, und an der Gschwandbachalm und dem allerletzten Wanderparkplatz rein in den Bergwald. Zünftig, aber ohne große Schwierigkeiten zeigt sich der Anstieg auf den letzten 1,5 Kilometern bis zum Gipfel. Von oben fällt der Blick bereits hinunter auf den Tegernsee und die Berge dahinter Richtung Isarwinkel, im Rückblick nach Osten sind die Schlierseer Berge und das Mangfallgebirge auszumachen. Hinten im Südosten ragt der stolze Gipfel der Zugspitze auf.

Recht gerade zieht sich der Pfad beim Abstieg nach Westen, knapp zwei Kilometer nach dem Gipfel wartet ein kurzer, aber lohnender Stichweg zu einem ganz besonderen Ort: die kleine neugotische Kapelle auf dem Riederstein, einem aufragenden Felssporn mit herrlicher Sicht auf den Tegernsee und das Tal der Weissach. Über den Kreuzweg mit seinen vierzehn Stationen geht es nun bergab zur wohlverdienten Einkehr am „Berggasthof Riederstein am Galaun“. Von hier aus bieten sich zwei Varianten für den letzten Abstieg an, etwas leichter geht es auf der nördlicheren Route. Den Schildern „Über Auernweg und Schießstätte“ folgend zum Ziel nach Tegernsee.

  • Gesamtstrecke: 13,8 Kilometer
  • Höhenmeter: 699 Meter
  • Einkehr: Berggasthaus Riederstein
  • Anfahrt: Mit der Bahn bis Schliersee, zurück mit der Bahn ab Tegernsee
Blick über den Spitzingsee in den Schlierseer Bergen

7

Hoch zum Mangfall-Klassiker: Von Neuhaus auf die Brecherspitz (1.683 Meter)

Der markante Gipfel der Brecherspitz ist eines der beliebtesten Ausflugsziele im Mangfallgebirge. Beeindruckend vor allem wegen seines einzigartigen Blicks auf gleich drei der schönsten Seen Oberbayerns.

Anstatt an der meist stark frequentierten Route vom Spitzingsattel beginnt diese Tour unten in Neuhaus. Schon ab dem Bahnhof gut beschildert ist der Weg leicht zu finden. Ein kurzes Stück entlang der Trasse einer alten, einst zum Holztransport benutzten Bockerlbahn geht es auf einem schattigen Forstweg, mit zwischenzeitlichem Blick zum Wendelstein, zur Ankelalm. Nun Richtung Westen über einen teils steilen Aufstieg zur Kapelle St. Leonhard, bekannt als Freudenreichkapelle, erhaben gelegen auf dem Grat, der nun zum Vorgipfel und dann zum Hauptgipfel der Brecherspitze führt. Obacht: Der Pfad auf dem Kamm wirkt auf den ersten Blick nicht wild, hat aber seine Tücken. Die Drahtseilsicherungen zum Festhalten machen in jedem Fall Sinn. Der grandiose Blick reicht hier nun vor allem auf das traumhafte Seen-Trio Tegernsee, Schliersee und Spitzingsee, im Osten bis rein ins Chiemgau, ringsherum bis ins Karwendel und zum Wetterstein.

Wer’s eilig hat, kann von hier auf direktem Weg zum Spitzingsattel absteigen. Empfehlenswert ist die längere Variante mit einer Einkehr auf der Sonnenterrasse der „Oberen Firstalm“. Von hier aus auf dem Ziehweg hinunter zum Sattel, im Winter eine der populärsten Rodelstrecken in ganz Oberbayern.

  • Gesamtstrecke: 10 Kilometer
  • Höhenmeter: 940 Meter
  • Einkehr: Obere Firstalm
  • Anfahrt: Mit der Bahn bis Fischhausen-Neuhaus, zurück mit dem Bus 9562 ab Spitzingsattel bis Fischhausen-Neuhaus

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