Wasserfälle der Wimbachklamm bei Ramsau
Klammen, Schluchten ...

... und Höhlen bieten spannende Erlebnisse und Einblicke in die Erdgeschichte mit Tropfsteinen, steilen Felsen, Wasserfällen und Kaskaden. Viele dieser Geotope sind in Bayern gut begehbar. 12 Tipps

Lesezeit: 15 Minuten

12 Klammen, Schluchten und Höhlen

Die wild schäumende Partnach fließt durch die steilen Felsenwände der Partnachklamm in Garmisch-Partenkirchen

Wo der Wildbach rauscht: Partnachklamm

Die beeindruckende Wildbachschlucht im Süden von Garmisch-Partenkirchen ist circa 700 Meter lang, bis 80 Meter tief, mehr als 10.000 Jahre alt – und bis zu 100 Dezibel laut (das entspricht der Lautstärke eines Disco-Lautsprechers im Abstand von einem Meter)! Bereits 1912 wurde die Klamm erschlossen und zum Naturdenkmal erklärt.

Ihre Stromschnellen, Wasserfälle und Gumpen begeistern die Besucher, im Winter faszinieren bizarre Eisgebilde. Neun Tunnels und 26 Leuchten erleichtern den Weg durch die Klamm. Die Partnach entspringt als Abfluss des Schneeferners.

Der Gletscher liegt noch oberhalb des Reintals, einem Hochtal unterhalb der Zugspitze. Die Partnachklamm eignet sich gut für einen kurzen Ausflug, Gastwirtschaften an beiden Enden laden zur Einkehr ein. Die Klammbegehung bildet auch den Beginn weiterer Wanderungen, unter anderem ins Reintal und auf die Zugspitze.
partnachklamm.de

Naturschauspiel: Die Höllentalklamm in der Zugspitz-Region

Diabolisches Vergnügen: Höllentalklamm

Der Hammersbach fließt durch das Höllental im Zugspitz-Massiv. Oberhalb von Grainau bei Garmisch-Partenkirchen hat er eine bis zu 150 Meter tiefe Schlucht in den Fels gegraben. Sie wurde 1905 erschlossen. Man erreicht die Klamm nach einem etwa einstündigen Zustieg. An ihrem Eingang steht die Höllentaleingangshütte, ausgestattet mit einer gemütlichen Gaststube und einem kleinen Museum.

Der circa 700 Meter lange Weg durch die Schlucht führt ab hier durch eine bizarre Felslandschaft. Es geht durch Tunnel, über Stege und Brücken, vorbei an Fels- und Eisbrocken, an Strudeln, Wasserfällen und Gumpen. Jenseits der Klamm erreicht man die neu erbaute, moderne Höllentalangerhütte. Von dort bieten sich weitere Tourenmöglichkeiten, am bekanntesten ist der Aufstieg zur Zugspitze. Die Höllentalklamm ist nur von Mai bis Oktober geöffnet.
grainau.de/hoellentalklamm

Viel Grün und wildes, tiefes Wasser: Weißbachschlucht in Schneizlreuth, Berchtesgadener Land

Wildes, tiefes Wasser: Weißbachschlucht

Im Berchtesgadener Land schlängelt sich der Weißbach unterhalb der Deutschen Alpenstraße, zwischen den Orten Weißbach und Schneizlreuth, durch eine mächtige Schlucht: die Weißbachschlucht. Einstieg ist am Mauthäusl.

Die Felswände des fast 1.600 Meter hohen Ristfeuchthorns, die im Westen aufragen, lassen die Schlucht beeindruckend tief erscheinen. Weiß gischtet das wilde Wasser über Kaskaden oder sammelt sich in Gumpen. Man folgt seinem Lauf auf einem auf- und absteigenden Pfad, abwechselnd an beiden Ufern. Ein sieben Meter hoher Wasserfall markiert das Ende der Klamm.

In Schneizlreuth kann man den Weg verlassen – oder die Schlucht in umgekehrter Richtung aus anderer Perspektive erleben. Bis zum Mauthäusl sind dann 120 Höhenmeter zu bewältigen. Distanz: circa fünf Kilometer.
berchtesgaden.de

Besucher in der König-Otto-Tropfsteinhöhle in Velburg, Landkreis Neumarkt in der Oberpfalz

Unterirdisch schön: König-Otto-Tropfsteinhöhle

Die Karsthöhle im Landkreis Neumarkt in der Oberpfalz gilt als eine der schönsten Tropfsteinhöhlen Deutschlands. Entdeckt wurde sie 1895, am Namenstag von Otto, König von Bayern (1848 bis 1916).

Auf einen weiteren Teil der Höhle, die sogenannte Adventshalle, stieß man 1972. Neben imposanten Stalaktiten (von der Decke hängend) und Stalagmiten (vom Boden emporragend) beeindrucken besonders sogenannte Stalagnaten – Stalaktiten, die mit Stalagmiten zusammengewachsen sind – und unterschiedliche Wasserstandslinien sowie mit Wasser gefüllte Sinterbecken.

Die Höhle ist 450 Meter lang. Etwa die Hälfte davon kann man mit einer Führung besichtigen (auch für Rollstuhlfahrer geeignet). Die Tour dauert etwa 45 Minuten. Anschließend kann man sich im Biergarten der nahen Gaststätte stärken.
erlebniswelt-velburg.de

Die kleine aber sehenswerte Klausenbachklamm bei Reit im Winkl versetzt einen in Schmuggler-Zeiten zurück

Klausenbachklamm: Premiumwandervergnügen

SPONSORED POST | Der Weg durch die kleine Klausenbachklamm in Reit im Winkl ist Teil des knapp 10 km langen Premiumwanderwegs gleichen Namens. Wild und verwunschen schaut die Klamm aus, schnell fühlt man sich in Schmuggler-Zeiten zurückversetzt.

Ein Besuch in der Klamm (übrigens nur wenige Geh-Minuten vom Parkplatz Blindau entfernt) lohnt sich besonders an heißen Sommertagen. Dann sorgen schattige Wege und ein plätschernder Bach für Abkühlung. Der Premiumweg Klausenbachklamm ist äußerst abwechslungsreich und führt über Almen und an Mooren vorbei. Der Eintritt zur Klamm ist kostenlos. Gutes Schuhwerk ist wichtig: Die Holzstege und -stufen können glitschig sein und die Wege sind zum Teil recht steil.

ReitimWinkl/Wandern

Tropfsteinhöhle Schulerloch im Altmühltal

Hideaway für Fledermäuse: Großes Schulerloch

Die Karsthöhle bei Essing im Naturpark Altmühltal ist circa 1,5 Millionen Jahre alt. Sie befindet sich inmitten eines Korallenriffs der Jurazeit. In der Steinzeit diente sie Neandertalern als Behausung. Besonders sehenswert ist der „Wassertopf“, ein freistehender Becherstalagmit, in den kalkhaltiges Wasser tropft und der stetig höher wird.

Faszinierend auch ein Stalaktit und Stalagmit, die sich fast berühren, aber erst in 50 Jahren zusammenwachsen werden. Man sieht weitere Tropfsteine wie etwa Bodentropfsteine, die an Türme und Zinnen einer Burg erinnern. Sinterablagerungen an Decke und Wänden sind auch als „Montmilch“ ausgebildet, eine milchig-weiße Schicht. Sie verleiht dem Schulerloch einen besonderen Charakter.

Tipp: Zweimal im Monat werden in der absoluten Stille der Höhle Meditationen angeboten. Im Winter ist die Höhle bedrohten Fledermausarten vorbehalten.
schulerloch.de

Buchberger Leite: Wildbachschlucht im Bayerischen Wald

Felsen und Farne: Buchberger Leite

Die Wildbachschlucht zwischen Freyung und Ringelai im Bayerischen Wald trägt das Prädikat „Bayerns schönste Geotope“. In der Leite treffen Reschbach und Saußbach aufeinander und bilden zusammen die Wolfsteiner Ohe. Wilde Felsbrocken, dazu das Grün der Bäume, Moose und Farne sorgen für wildromantische Stimmung.

Man kann auf einem acht Kilometer langen, auch für Kinder spannenden Weg (mit Hängebrücke!) durch die Klamm wandern. Tafeln informieren über Geografie und Geschichte der Region. Das Geotop ist Teil des „Bayerischen Pfahls“, einer Störungszone in der Erdkruste, die den Bayerischen Wald geradlinig durchschneidet.

An ihr wurde vor 275 Millionen Jahren der Vordere gegenüber dem Inneren Bayerischen Wald um Hunderte Meter gehoben. Entlang der Bruchlinie bildete sich ein neues Gestein: Pfahlschiefer. Man findet ihn hier in unterschiedlichen Formen.
freyung.de

Imposant und gesund: Teufelshöhle bei Pottenstein

Imposant und gesund: Teufelshöhle bei Pottenstein

Die Karsthöhle im Landkreis Bayreuth ist die größte der circa tausend Höhlen in der Fränkischen Schweiz. Sie besteht aus mehreren Gängen und großen Hallen und ist gut erschlossen. Ihre beeindruckenden Tropfsteine machen sie so attraktiv.

Die größten davon wie der „Baum“ oder der „Riese Goliath“ werden auf ein Alter von mindestens 300.000 Jahren geschätzt. Höhepunkt ist der Barbarossadom, ein Saal mit fantastischen Tropfsteingebilden wie dem wohl schönsten der Höhle: „Kaiser Barbarossa“, ein filigranes pagodenförmiges Gebilde.

Eine Höhlenführung auf gut begehbaren Wegen dauert 45 Minuten. Sie wird musikalisch untermalt und von einer Lichtshow begleitet. In der Eingangshöhle werden im Sommer Konzerte veranstaltet. In einem Seitenstollen befindet sich ein Therapiezentrum, die feuchtkalte Höhlenluft wirkt heilend bei Atemwegserkrankungen und Allergien.
pottenstein.de

Stalagmit in der Binghöhle in Streitberg

Schönheiten-Galerie: Binghöhle bei Streitberg

Die Binghöhle folgt dem Lauf eines einstigen Flusses und reicht bis 60 Meter unter die Erdoberfläche. Sie trägt den Namen des Entdeckers Ignaz Bing und liegt bei Streitberg im Landkreis Forchheim. 1906 wurden die ersten Führungen durchgeführt.

Auf dem Weg durch die Flusshöhle, die auch als Tropfstein-Galeriehöhle bezeichnet wird, kann man die unterschiedlichsten Formationen bewundern: durchscheinende Sinterfahnen, mit Wasser gefüllte Sinterbecken, schlanke, weiße Kerzenstalagmiten, in alle Richtungen wachsende Tropfsteine, sogenannte Excentriques, und vieles mehr. Als einer der schönsten Tropfsteine gilt die Riesensäule, ein 2,5 Meter hoher Stalagmit, der aussieht wie der Stamm einer Palme. Eine Führung dauert etwa eine halbe Stunde.

Rund um Streitberg lädt ein auch für Kinder spannender geologischer Erlebnispfad zu Entdeckungen ein. Über dem Ort Streitberg erhebt sich die Burgruine Neideck, sie ist ein Wahrzeichen der Fränkischen Schweiz.
binghoehle.de

Konzerte zählen zu den Höhepunkten in der Sophienhöhle

Fantastische Vielfalt: Sophienhöhle bei Rabenstein

Die Sophienhöhle, nahe der Burg Rabenstein im Ahorntal südwestlich von Bayreuth gelegen, wurde bereits 1490 urkundlich erwähnt. Es wird vom Versuch der Salpetergwinnung im Vorraum der Höhle berichtet. Funde prähistorischer Keramik belegen, dass dieser Raum auch schon in vorgeschichtlicher Zeit von Menschen genutzt wurde.

1833 entdeckte man dann die eigentliche Höhle. Sie zeigt fantastische Tropfsteine in vielen Größen, Formen und in den Farben Ocker, Braun und Rot. Darunter die drei Meter hohe, freihängende Sinterfahne „Elefantenohr“, die „Orientalische Stadt“, bestehend aus vielen Kerzenstalagmiten, oder der Stalagmit „Millionär“, 2,5 Meter hoch und an der Basis zwei Meter im Durchmesser.

Die Sophienhöhle ist Habitat für fünfunddreißig verschiedene Spinnen- und Insektenarten. Man kann die Höhle im Rahmen einer Führung entdecken oder individuell „at night“, begleitet von Musik und einer farbenprächtigen Lichtshow.
burg-rabenstein.de

Breitachklamm: Blick durch die Eiszapfen-Vorhänge in die Felsenschlucht

Mit Tiefgang: Breitachklamm

Die Breitach ist ein circa 20 Kilometer langer Gebirgsfluss, entspringt im Kleinwalsertal und vereinigt sich bei Oberstdorf mit Stillach und Trettach zur Iller. Als Ende der letzten Eiszeit, vor gut 10.000 Jahren, die Gletscherschmelze einsetzte, bohrte sich der Fluss Breitach nahe dem heutigen Oberstdorf durch den Fels. Es entstand eine beeindruckende Schlucht, 2,5 Kilometer lang und 150 Meter tief.

Senkrechte und überhängende Felswände ragen zu beiden Seiten auf. Der Wildbach donnert über Felsen oder sammelt sich in Becken, Wassertropfen sprühen durch die Luft. Ein aufregendes Naturerlebnis! Die Breitachklamm wurde 1904 durch einen Wanderweg zugänglich gemacht. Man kann sie zu jeder Jahreszeit besuchen. Im Winter fasziniert die Schlucht als ein Wunderland aus Eis und Schnee.
breitachklamm.de

Familienspaß am Eistobel

Gang durch die Erdgeschichte: Eistobel

Die Eistobelschlucht zwischen Oberstaufen und Isny im Westallgäu ist Ende der letzten Eiszeit entstanden. Damals grub sich die Abflussrinne schmelzender Gletscher immer tiefer ins Gestein. Ein gut gesicherter Weg leitet heute durch das 3,5 Kilometer lange Naturspektakel. Es beeindrucken gischtende Wasserfälle und Kaskaden, bis zu fünf Meter tiefe Strudeltöpfe, riesige Felsblöcke und steile Felswände.

Auch führt der Weg durch die Erdgeschichte: Da sich die verschiedenen Gesteinsschichten hier schräg aufeinanderlegen, durchmisst man im Eistobel auf kurze Distanz einen geologischen Zeitraum von mehreren Millionen Jahren – das würde einem Abstieg ins Erdinnere von 900 Metern entsprechen!

Es werden geführte Touren angeboten. Der Eistobel ist im Winter offiziell gesperrt.
eistobel.de

Die Sturmannshöhle ist die einzige begehbare Höhle im Allgäu

Mit fließend kaltem Wasser: Sturmannshöhle

Die Sturmannshöhle ist eine Millionen Jahre alte Spalthöhle. Sie wurde von Wasser und Gesteinsverwerfungen gebildet und ist die einzige begehbare Höhle im Allgäu. Ein schöner Spaziergang führt von Obermaiselstein in einer halben Stunde zum Eingang. Er liegt in circa 1.000 Meter Höhe.

Der Besichtigungsweg, über Gitterböden und Stufen, ist knapp 300 Meter lang und passiert verschiedene Höhlenabschnitte. Vom „Törle“ aus geht man zunächst durchs „Drachentor“ zum „Theater“, dann zum 30 Meter tiefen, schlotförmigen „Adlerschacht“ und weiter über den „Höllenrachen“ zum Endpunkt, dem „Höhlenkessel“, wo man den Höhlenbach tosen hört.

Der Höhenunterschied beträgt 75 Meter. In der Sturmannshöhle gibt es keine Sintergebilde und Tropfsteine. Sie ist im Winter Quartier für Fledermäuse.
hoernerdoerfer.de

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