Kristin Biebl: Rangerin im Nationalpark Bayerischer Wald
Die Rangerin

Kristin Biebl führt Gäste durch den Nationalpark Bayerischer Wald, der immer wieder aufs Neue mit seiner wilden Ursprünglichkeit verzaubert. Und sie verrät ihre Lieblingswanderung

Rangerin Kristin Biebl

Zahlreiche mächtige Bäume säumen den Weg, der immer höher hinaufführt. Und plötzlich, am Gipfel des Lusen angekommen, eröffnet sich den Wanderern eine atemberaubende Aussicht: „Auf dem Berg genießen sie den Wind und natürlich das Gefühl, dass sie es bis dahin geschafft haben“, erzählt Rangerin Kristin Biebl, die regelmäßig Gäste des Nationalparks Bayerischer Wald zum Gipfel des Lusen führt.

Gemeinsam mit ihren Kollegen informiert Kristin Wanderer über den ältesten Nationalpark Deutschlands. Sie überprüft, säubert und sichert die Wege und kümmert sich um die im Wald lebenden Tiere. Besonders liegt ihr dabei der Umweltschutz am Herzen: „Ich möchte unsere Gäste sensibilisieren und dazu anleiten, die Natur zu schützen. Und ich will ihnen erklären, was der Nationalpark bedeutet, warum es ihn gibt und warum er gut ist“, erklärt die junge Frau.

Aufstieg zur Großen Kanzel mit 1.002 Meter Höhe

Rangerin: Ein Wunsch wird Wirklichkeit

Die Liebe zur Natur im Bayerischen Wald und somit zu ihrer Heimat beginnt bei Kristin Biebl im Kindesalter. Mit ihren Eltern und Großeltern verbringt sie die meiste Zeit in der beeindruckenden Landschaft rund um Spiegelau. Mit elf Jahren schließt sie sich den Junior Rangern des Nationalparks an. Vogelhäuschen bauen, auf Berge wandern und Moorgebiete entdecken – Kristin Biebl ist begeistert und beschließt, Rangerin zu werden. Ein paar Jahre später verwirklicht sie sich ihren Traum.

Lusen: Bad im Granitmeer

Klein und Groß über den Wald informieren, das Werden und Vergehen der Natur aufzeigen – jeden Dienstag im Sommerhalbjahr um 10:30 Uhr startet die Tour durch den Nationalpark Bayerischer Wald. Treffpunkt ist der Park-and-Ride-Parkplatz in Spiegelau. „Anmelden muss sich niemand. Wer da ist, kommt einfach mit“, so die Rangerin.

Wer den Nationalpark besucht, taucht in verschiedene Welten ein: Felsblocklabyrinthe, Mischwälder, alte und tote Bäume über Jahrhunderte gewachsen, junges Gehölz mit neuem Leben.

Nach einer beeindruckenden Wanderung durch den Wald erwartet die Gäste am Lusen in 1.373 Metern Höhe eine geologische Besonderheit: ein Meer aus unzähligen Granitblöcken. Von hier aus hat man einen einmaligen Ausblick über den ganzen Bayerischen Wald, an schönen Tagen sogar bis in die Alpen.

Forschung ist bei uns im Nationalpark ein wichtiger  Schwerpunkt

Faszination Nationalpark Bayerischer Wald

Um diese Landschaftsidylle zu bewahren, hegen und pflegen seit 1974 Ranger den Bayerischen Wald. Gemeinsam mit Wissenschaftlern sorgen sie dafür, dass der Lebensraum vieler Bäume, Pflanzen und Tiere erhalten bleibt. „Forschung ist bei uns im Nationalpark ein Schwerpunkt“, erklärt Kristin Biebl. Auf speziellen Fachführungen gibt sie dieses Wissen an ihre Gäste weiter.

Ob eine Tour zu einem der beeindruckenden Forschungsprojekte, ein Besuch im Tierfreigelände oder eine Wanderung durch die faszinierenden Hochmoore – um die wilde Natur mit all ihren Facetten in Deutschlands ältestem Nationalpark zu erleben, kommen die Gäste sogar aus Amerika und Australien.

Die Rangerin gibt Kindern ihre Begeisterung für die Natur weiter

Schachten: Inseln im Waldmeer

An besonders schönen Tagen schnürt Kristin Biebl ihre Wanderschuhe, auch wenn sie frei hat, für eine Wanderung zu den sogenannten Schachten. „Das sind Waldweiden, die insbesondere mit der Färbung am Ende des Sommers und im Herbst toll aussehen.“ Die Schachten unterbrechen das dunkle Grün des bayerischen Waldmeeres als inselartige Lichtungen. „Dort gibt es auch ein Hochmoor. Es ist einfach wunderschön dort. Die Rundtour zu den Schachten und Filzen ist eine Tagestour von etwa 21 Kilometern.“

Vom Startpunkt Buchenau führt der Anstieg an den Lindbergschachten vorbei durch den wunderschönen Buchenwald zur Hirschbachschwelle. „Dort führt der Erlebnis-Rundweg durch den Zwieselter Filz, die Kohlschachten, den Latschenfilz und zu den Hochschachten. Weiter geht es Richtung Süden, bis hinter den Verlorenen Schachten der Abstieg Richtung Trinkwasser-Talsperre Frauenau beginnt. Von dort aus gelangt man südlich des Speicherbeckens über die Staumauer zurück nach Buchenau.“

Näheres erfahren zum Nationalpark Bayerischer Wald, dem Bayerischen Wald und über Ostbayern

Tierfreigelände: Hier leben Luchs, Habichtskauz, Wolfe, Fischotter, Bär und Auerhahn

... von Kristin

Der schönste Ausblick
Vom Gipfel des Lusen habt ihr einen herrlichen Rundblick über den Bayerischen Wald. Wegen des Blockmeeres aus Granitsteinen gibt es hier keine Bäume, die den Blick versperren.

bayerischer-wald.de/lusen

Chillen auf dem Rachel
Auf dem Lusen bin ich gerne, aber noch lieber auf dem Rachel. Dort sind nicht so viele Menschen. Ich genieße an diesem Ort eine gewisse Einsamkeit. Deshalb ist dieser für mich der Berg, auf den ich gehen würde. Dafür ist der Weg zum Rachel aber auch ein bisschen anstrengender als zum Lusen. 
bayerischer-wald.de/rachel

Volksfeste in der Region
Im Sommer könnt ihr das Gäubodenvolksfest in Straubing und das Pichelsteinerfest in Regen besuchen. Aber auch die kleineren Feste in den einzelnen Gemeinden sind sehr sehenswert. Im Winter empfehle ich die Schweinhütter Waldweihnacht, ein Christkindlmarkt direkt im Wald. Sobald es dunkel wird und es leicht anfängt zu schneien, herrscht dort eine ganz faszinierende Atmosphäre. 

bayerischer-wald.de/volksfeste

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