Sightsleeping | Gästehaus St. Georg

Göttliche Zeit im Kloster

Das Gästehaus im Benediktinerkloster Weltenburg bietet Besuchern mehr als gutes Essen und geruhsame Nächte. Spirituell Interessierte tauchen in die Mysterien des Glaubens ein, andere reisen fürs Naturschauspiel Donaudurchbruch an, Kunstliebhaber erwartet großes Formentheater in der Klosterkirche der Brüder Asam.

Gästehaus St. Georg im Kloster Weltenburg

Abends nach dem Komplet, wenn die Pflichten des Tages erledigt sind und Frater Matthias und seine Mitbrüder den Segen zur Nacht empfangen haben, versinkt Weltenburg in der Stille. Der Lärm der Welt, beziehungsweise des Biergartens ist verstummt.

Wer aus dem barocken Klostergebäude mit dem Gästehaus St. Georg auf den Kiesstrand an der Donau hinaustritt, kann nachfühlen, warum die ersten Mönche schon 617 in der Donauschlinge ein Kloster gründeten. Die Stelle am Donau-Ddurchbruch bei Kehlheim ist magisch, es ist sicher kein Zufall, dass hier seit vorgeschichtlicher Zeit immer wieder Menschen siedelten.

Gastfreundschaft der Benediktiner

Alle Reisenden sind hier willkommen, egal, ob sie nach Sinn oder Spaß suchen, auf einer Radtour rasten oder Exerzitien machen. „Gastfreundschaft gehört zu den Grundregeln des heiligen Benedikt“, erklärt Frater Matthias den Zweck des Gästehauses, „die Begegnung mit Menschen ist schön, denn mit jedem Gast nehmen wir Christus auf.“

Manche Gäste sind überrascht, dass an der Rezeption ein Mönch im Habit steht, sie haben ein normales Hotel erwartet. Das bekommen sie auch, ein weltliches Team unterstützt den Frater im Gästehaus.

Das Frühstücksbuffet wiederum ist himmlisch: Weltenburg bezieht viele  köstliche Lebensmittel aus einem Netzwerk von Klöstern. Ein schlichtes Kreuz verweist in den 57 schlicht-modern eingerichteten Zimmern mit blanken Holzböden und freigelegten Dachbalken auf den Glauben der Gastgeber. Klosterschenke und Biergarten führt im Auftrag der Mönche ein weltlicher Geschäftsführer.

Bedeutende Barockkirche

Natürlich bieten die Benediktiner auch einiges an, das über Essen, Trinken und Schlafen hinausweist. Geistliche Fragen versucht Pater Michael zu beantworten, wer sich weiterbilden möchte, dem steht ein katholisch geprägtes Angebot an Kursen offen. Ikonen gestalten, Kalkmalerei und Fresko sind so beliebt, dass die Workshops schnell ausgebucht sind. Das Singen im Choralkurs beflügelt die Seele, das Kunsthistorisch-Theologische Seminar und die Schweigeexerzitien fordern den Geist heraus. 

 "Eine Führung in unserer Klosterkirche kann die Sinne für die Spiritualität öffnen"

 „Eine Führung in unserer Klosterkirche kann die Sinne für die Spiritualität öffnen“, schwärmt Frater Matthias. Die Klosterkirche St. Georg der Brüder Cosmas Damian und Egid Quirin Asam ist einer der wichtigsten Sakralbauten des Barock in Europa. Die Darstellungen vom Kampf zwischen Gut und Böse und der ewigen Gemeinschaft mit Gott im Himmel in Gold und Marmor verzaubern Besucher aus aller Welt.

Passion für die Orgel

Für Frater Matthias ist es immer wieder ein besonderes Erlebnis, wenn er auf der historischen Orgel spielen darf. Kirchenmusik war schon vor dem Eintritt ins Kloster sein Hobby. Das „Geschenk Gottes“ – das bedeutet der Name Matthias auf hebräisch  –  wurde dem Kloster 2019 zuteil, da legte der ehemalige Bürokaufmann und EDV-Spezialist aus Langquaid seine ewige Profess ab. Besonders der geregelte Tagesablauf im Leben als Mönch zog ihn an.

„Ich habe mir gut überlegt, ob ich mein berufliches und soziales Leben wirklich loslassen wollte“, so der Gastgeber des klösterlichen Gästehauses, „aber eigentlich störten mich viele Verpflichtungen bei meiner Suche nach Gott. Ich will Christus nichts vorziehen, und das geht nur im festen Rahmen des Klosterlebens. Und meine beruflichen Fähigkeiten sind im Kloster genauso gefragt wie draußen.“

Biergarten oder Bootsfahrt?

Das Unternehmen „Weltenburg“ ist riesig und zeugt davon, wie erfolgreich die Mönche nach dem seit 1500 Jahren geltenden benediktinischen Gesetz wirtschaften, das da heißt „Ihr sollt von Eurer Hände Arbeit leben“. Eine wichtige Einnahmequelle war seit jeher die Brauerei. „Barock Dunkel“ und der „Weltenburger Asam Bock“ zählen zu den besten Bieren der Welt. Es wird in mehr als zwanzig Länder exportiert. Am besten schmeckt es unter den Kastanien des Kloster-Biergartens und in der barocken Klosterschenke in Weltenburg. 

Viele tausend Besucher zieht die überwältigende Lage des Klosters an. Die Weltenburger Enge gehört zu den hundert schönsten Biotopen Bayerns. Vom Kahn eines Binnenschiffers aus lässt sich die  Flusslandschaft mit ihren bizarren Kalksteinformationen am eindrücklichsten bewundern.

Bis bis zu 80 Meter hoch ragen „Drei feindliche Brüder“, der „Räuberfelsen“ und „Napoleons Reisekoffer“ aus den Fluten. Zu den fantasievollen Namen der Felsen spinnen die Bootsführer ihre gruseligen bis heiteren Geschichten – in der Stille des Klosters wirken sie nach.

Auf einen Blick

  • 57 Zimmer, 3 davon barrierefrei
  • 8 Tagungsräume 2 bis 100 Personen
  • Umfangreicher Service für Radfahrer auf der Via Danubia, der EuroVelo-Route, dem Deutschen Limes-Radweg oder dem Altmühl-Radweg
  • Kostenfreie Parkplätze
  • DZ/F  mit getrennten Betten ab 45 Euro
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