Veit auf dem Tanzboden („Bruck“) um die 16 Meter hohe Linde
Platz da für die Plootzer

Die Errichtung der Lindenkirch wird im fränkischen Limmersdorf jährlich um Bartholomä, also Ende August, gefeiert. Veit Pöhlmann und die Plootzer tanzen dabei immer mit

Veit Pöhlmann von der Lindenkirchweih

Im Zentrum des Limmersdorfer Kirchweihfests steht die 300 Jahre alte Linde. Tanzpaare in typisch fränkischer Tracht, die sogenannten Plootzer, tanzen auf dem vier Meter hohen, hölzernen Tanzboden („Bruck“) um die 16 Meter hohe Linde, die vermutlich schon im 17. Jahrhundert gepflanzt wurde.

Eine Kapelle begleitet die Tänzer. Dazu gibt es ein buntes Rahmenprogramm mit Sandkegelbahn, Blasmusik und dem traditionellen Montags-Frühschoppen. Die Limmersdorfer Tanzlinde gilt übrigens als die älteste Deutschlands.

Die Linde wurde im 17. Jahrhundert gepflanzt

Tradition wird zum Kulturerbe

Die Limmersdorfer Lindenkirchweih geht auf das Jahr 1540 zurück. Damals wurde die Kirche „St. Johannes der Täufer“ geweiht. „Der Bau unserer Kirche hat 30 Jahre gedauert. Für so ein kleines Dorf wie Limmersdorf eine unglaubliche Leistung, die nur mit einer tiefen religiösen Motivation zu bewältigen war.

An diese Wurzeln wollen wir nicht nur erinnern, sondern sie auch und gerade in der heutigen Zeit wieder besonders betonen“, erzählt Veit Pöhlmann, erster Vorsitzender des Vereins zur Erhaltung und Förderung der Limmersdorfer Kirchweihtradition. Die Limmersdorfer Lindenkirchweih findet jährlich um Bartholomä statt, also am 24. August, falls dies ein Sonntag ist – oder eine Woche später.

Die Limmersdorfer sind stolz auf ihre Traditionen und das können sie auch sein. Ihre Kirchweih wurde in das deutsche Verzeichnis des immateriellen Kulturerbes aufgenommen. „Dadurch beschäftigen sich nun mehr Menschen mit unseren Bräuchen und tragen zu deren Erhalt bei, das ist gut und wichtig“, erklärt der Vorsitzende begeistert.

Alles bleibt anders, Jahr für Jahr

"Dann führt fei a g’scheita Kerwa auf, gell?“

Traditionen zu bewahren, erfordert viel Einsatz und Fleiß. Bereits Wochen und Monate vor dem Event beginnen die sogenannten Plootzer und ihre Helfer mit den Vorbereitungen. Sie bauen den Festplatz auf, schmücken ihn und überlegen sich ein Programm für die Gäste.

Trotz der gleichbleibenden Rituale ist das Fest jedes Mal ein neues Abenteuer: Die Tanzpaare – bestehend aus „Plootzbum“ und „Plootzmadla“ – wechseln von Jahr zu Jahr und haben freie Hand bei der Gestaltung. Ganz nach dem Motto des Bürgermeisters: „Also gut, dann seid ihr heier dro. Dann führt fei a g’scheita Kerwa auf, gell?“ („Also gut, dann seid ihr dieses Jahr dran. Dann führt aber eine ordentliche Kirchweih durch, verstanden?“).

Das könnte laut Veit Pöhlmann der Grund dafür sein, dass sich das Fest kontinuierlich bis heute hält. Die Jugend sorgt dafür, dass die Geschichte erhalten bleibt und trotzdem den Zeitgeist trifft.

Die Plootzer auf dem um die Tanzlinde geschreinerten „Bruck“

Kirchweih erleben statt zusehen

Bei den Besuchern der Limmersdorfer Kirchweih sind die regionalen Spezialitäten sehr beliebt. Vom Krenfleisch über Schäufele und Siedwörschd bis hin zu Lachslabla und Keesstanga. Hier findet jeder etwas, das ihm schmeckt, bevor es anschließend selbst auf die Tanzfläche geht.

Denn bei der Limmersdorfer Lindenkirchweih kann jeder mitfeiern und dazu beitragen, dass die Tradition noch weitere Jahrhunderte weiterlebt.

Termine zur diesjährigen Lindenkirchweih und mehr Informationen

Veit vor der Tanzlinde

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