Laetitia Fech weiß um die Heilkraft von Kräutern
Aus Gottes Bio-Kiste

Vom Klostergarten direkt in den Topf lautet die Devise von Laetitia Fech, der Äbtissin des Klosters Waldsassen. Sie bringt Besuchern und Gästen Kneipps Philosophie und die traditionelle Klosterheilkunde näher

Äbtissin Laetitia Fech

„Ich liebe Wasser", so Äbtissin Laetitia Fech, „es ist für mich ein Lebenselixier. Kneipps Philosophie begleitet mich eigentlich schon seit meiner Kindheit.“ Damals war es ihre Tante, die jedes Jahr zur Kneippkur nach Bad Wörishofen fuhr und gestärkt zurückkehrte. Die Äbtissin von Waldsassen fasziniert, dass Wasseranwendungen so einfach und gleichzeitig so wirkungsvoll sind, dass man sie überall ohne große Hilfsmittel machen kann.

Das Gute wächst so nah

Auch im Kloster spielen die Ideen Kneipps eine wichtige Rolle. Gäste können die fünf Elemente der Gesundheitslehre dort kennenlernen. Die Abtei ist ganz modern ausgerichtet. Wer hinter die Klostermauern schaut, entdeckt ein Paradies, in dem man viel für Geist und Gesundheit tun kann.

Kneippen im Kloster

Die Abtei hat neben einem Kulturzentrum auch eine mehrfach ausgezeichnete Umweltstation mit Kloster- und Naturerlebnisgarten. Anhand der hier angelegten Kräuterspirale bekommen Besucher einen Überblick über die Vielfalt und Wirkung der heimischen Kräuter. Im Kneipp- und Hildegard-Garten finden zwischen Mai und Oktober regelmäßig Führungen statt.

Im Kneippbereich des Klosters Waldsassen steigen Gäste aktiv in das Thema ein. Sie merken: Pfarrer Kneipp und seinen Lehren begegnet man im Kloster Waldsassen überall. Die traditionelle europäische Klosterheilkunde, die viele Parallelen zur Philosophie Kneipps aufweist, soll noch stärker in den Fokus gerückt werden und einen Schwerpunkt im Kloster Waldsassen bilden.

Die Äbtissin beim kalten Armbad nach Kneipp

Seele im Gleichgewicht

„Die Menschen tun viel für ihren Körper, vergessen darüber aber Seele und Geist.“

Die Balance zwischen Körper, Geist und Seele ist bei Kneipp unter „Lebensordnung“ zusammengefasst. Das liegt der Äbtissin am Herzen: „Die Menschen tun viel für ihren Körper, vergessen darüber aber Seele und Geist.“ Kneipp wusste, dass feste Tagesabläufe und Rituale helfen. Im Kloster können Gäste diese bei „Tagen der Stille“ oder „Ora et Labora“ miterleben, am Chorgebet teilnehmen und im Garten helfen, dem steten Wechsel von Beten, Arbeiten und Ruhen nachspüren. „Die Menschen gehen erfüllt von uns weg und nehmen diese Strukturen in ihren Alltag mit“, sagt die Äbtissin.

Im August gibt es im Kloster ein Seminar zum Ruhegebet, ein uraltes, meditatives Gebet, bei dem eine einfache Gebetsformel, die auf Jesus Christus hin auf ein DU ausgerichtet ist, wiederholt wird. „Es verändert das Leben der Besucher. Es bringt innere Ruhe, Achtsamkeit und ein bewussteres Leben”, erklärt Laetitia Fech.

Äbtissin Laetitia Fech empfiehlt den Pilgerweg Via Porta

Fasten- und Pilgerbegleiterin

Die Äbtissin ist eine zertifizierte Fasten- und Pilgerbegleiterin. So bietet das Kloster Waldsassen in der Fastenzeit mehrtägige Fastenkurse an. Viele Menschen entdecken das Fasten als Mittel der gesundheitlichen Prävention, doch man faste nicht allein für den Körper oder nur um abzunehmen, so die Äbtissin: „Hierbei geht es nach Kneipp auch darum, wieder in Balance zu kommen, und darum, die Dankbarkeit für die Fülle des Lebens wiederzuentdecken, mit Seele und Geist.“

Beim gemeinsamen Pilgern auf Teilstrecken der Pilgerwege Via Porta und Jerusalemweg werde außerdem der Geist entlastet und der Kopf frei. Das Gehen verbinde Achtsamkeitsübungen mit Stille-Elementen. „Ganz einfache Dinge, um die Menschen wieder zu ihrer Mitte sowie in Einklang mit sich, der Umwelt und dem Wesentlichen des Lebens zu führen."

Die Dreifaltigkeitskirche Kappl auf dem Glasberg

Laetitias Insider-Tipp

„Ein Ort, den ich sehr liebe, ist die Kapplkirche in der Nähe von Waldsassen. Die sogenannte Dreifaltigkeitskirche mit ihren drei Kuppeln ist ein besonders schöner Bau und liegt in 628 Meter Höhe auf dem Glasberg. Von dort hat man eine Traumaussicht über das gesamte Stiftland und bis nach Tschechien. Man erreicht die Kapplkirche vom Kloster Waldsassen aus über den Rosenkranz-Stationsweg: Der Weg durch den Wald wird gesäumt von 15 barocken Gebetssäulen. Man kann den Rosenkranz beten, jede Säule stellt ein Geheimnis des Rosenkranzes bildlich dar. Nach diesem Aufstieg ist der herrliche Ausblick die Belohnung.“

Mehr zum Kloster Waldsassen: abtei-waldsassen.de

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... von Laetitia

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