Peter Haslach ist der Geschäftsführer der Sennereigenossenschaft Gunzesried
Ein echtes Stück Allgäu

Das Sennen gehört zum Allgäu wie die Schellen zur Kuh. Seit 1892 stellt Bayerns älteste Sennerei in Gunzesried mit Leidenschaft Bergkäse her

Senner Peter Haslach

Seit 1892 wird in Bayerns ältester Sennerei Käse hergestellt. Das Besondere an der Gunzesrieder Sennerei? Sie ist eine Genossenschaft und seit ihrer Gründung am 4. Januar 1892 im Besitz der heimischen Bauern. Mit ihrer langen, erfolgreichen Geschichte ist sie identitätsstiftend für die Region. „Die Sennerei hält die Landwirtschaft am Leben und prägt dadurch die dörfliche Gemeinschaft“, erklärt Peter Haslach, Geschäftsführer der Sennerei Gunzesried.

Revolution im Käseland

Der kleine Betrieb ist ein wichtiger Teil der „grünen Landwirtschaft“ im Allgäu, wie der Geschäftszweig rund um die Milch- und Käseproduktion genannt wird. Das war nicht immer so im Allgäu. Bis vor rund 200 Jahren bauten die meisten Bauern Flachs an. Lange Zeit bestimmten die blauen Blüten der Pflanze das Landschaftsbild im Allgäu.

Doch im 19. Jahrhundert wendete sich das Blatt: Die Flachsanbauer konnten nicht mehr mit der billigen amerikanischen Baumwolle konkurrieren. Da reformierte ein vorausschauender Großbauer und Agrarreformer die Wirtschaft im Allgäu: Carl Hirnbein sagte zu den Grundbesitzern, sie sollten lieber Milch produzieren und diese zu Käse verarbeiten.

So etablierte er mit viel Überzeugungsarbeit und Tatkraft ein neues Geschäftsfeld. Kleine Sennereien entstanden. Aus der blauen wurde die grüne Landwirtschaft und das Allgäu zum „Käseland“, das mittlerweile in der ganzen Welt bekannt ist. Ob im Biergarten um die Ecke oder im Wirtshaus – fast auf jedem Brotzeitbrettl findet sich der Allgäuer Käse wieder.

Sennerei Gunzesried: Alle Produkte stammen aus traditioneller Herstellung

Ein ganzes Dorf macht Käse

Eine der Sennereien aus jener Umbruchzeit ist die in Gunzesried. Bis heute hält sie mit ihrer Käseproduktion die örtliche Landwirtschaft am Leben und sichert die Zukunft der Landwirte vor Ort. In Gunzesried macht ein ganzes Dorf Käse, vom Senner über die Verkäuferin im Laden bis hin zu den zwölf Landwirten, die mit ihrer Milch den Rohstoff für die Käseproduktion liefern. Alle arbeiten Hand in Hand und halten zusammen.

Peter Haslach: Durch das Abreiben mit Salzwasser entsteht die harte Käserinde

Allgäuer Identität in jedem Laib Käse

Peter Haslach ist einer dieser Landwirte und Geschäftsführer der Sennerei. Er ist stolz auf den kleinen Betrieb, der innovative Ideen, moderne Technik und ursprüngliche Tradition vereint. In jedem Laib Käse aus der Sennerei Gunzesried stecken traditionelle Handarbeit und ein echtes Stück Allgäu.

Die Senner verarbeiten ausschließlich Milch aus dem Gunzesrieder Tal, insgesamt um die 1,3 Millionen Liter pro Jahr. Aus dieser Milch werden rund 1.100 Laibe Bergkäse von je 25 Kilogramm Gewicht, die im Keller lagern und durchschnittlich zweimal in der Woche geschmiert werden müssen, das bedeutet: Sie werden aus dem Regal genommen, gewendet und mit Salzwasser abgerieben.

Sennerei Gunzesried: Der Betrieb vereint innovative Ideen, moderne Technik und Tradition

"Wir sind eine traditionelle Sennerei mit verrückten Aktionen“

Moderner Betrieb, traditionelle Werte

Es gibt Dinge, an denen gibt es nichts zu rütteln. Dazu gehört die Tradition. Für Peter Haslach schließt das nicht aus, sich auch mal etwas zu trauen. „Wir sind eine traditionelle Sennerei mit verrückten Aktionen“, sagt er. Als der Betrieb zum Beispiel nicht wusste, wohin mit der vielen Molke, ein „Abfallprodukt“ bei der Käseherstellung, dachte er um. Heute wird daraus Methan erzeugt und damit nachhaltig der ganze Betrieb geheizt.

Vermutlich ist es genau diese Mischung, die den Käse der Sennerei Gunzesried so unwiderstehlich macht und den Mythos um den Allgäuer Käse befeuert: Leidenschaft für traditionell hergestellten Käse, der Zusammenhalt eines Dorfes und der Mut, neue Wege zu gehen, wo es nötig ist.

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Sennerei Gunzesried: Die Landwirtschaft im Gunzesrieder Tal wird durch die Käserei am Leben gehalten

... von Peter

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alpsee-gruenten.de

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