Das kalte Armbad fördert die Durchblutung des Herzmuskels und der Lunge
Ganzheitlich gut

Kneipp verhilft zu innerer Balance und Ruhe. Mit Achtsamkeit, Schlamm, Bewegung, gesunder Ernährung, Kräutern – und viel kaltem Wasser. Wir haben uns in Bad Wörishofen umgesehen

Lesezeit: 5 Minuten

Kneippen in Bad Wörishofen

Die Menschen lachen, albern herum, bis zu den Knien im Schlamm. Sie hangeln sich durch das Becken zur Waschstation. Mit einer Bürste schrubben sie sich dort den Schlamm von der Haut, bevor sie zur Wassertretstelle des Barfußpfads weiterzieht. Dieser verläuft durch den 16 Hektar großen Kurpark in Bad Wörishofen, jener Stadt, in der Pfarrer Sebastian Kneipp seine Therapie entwickelt hat. Und Bad Wörishofen ist bis heute für seine Kneipp-Behandlungen bekannt.

Wie die original Kneipp-Schauplätze hat sich auch die Therapie kaum verändert. Immer noch lautet das Erfolgsrezept: Wasser, Kräuter, Balance, Bewegung und Ernährung. Auf diesen fünf Säulen bietet die Kneipp-Stadt ihren Gästen alles, was sie brauchen, um sich zu erholen.

Das frühere Wohnhaus von Sebastian Kneipp

Wassertreten, Armbäder, Güsse

Viele Hotels bieten in Bad Wörishofen Kneipp-Therapien an. Sie stärken den Organismus und regen die Selbstheilungskräfte an. Im Zentrum der Kneipp-Kur stehen Wassertret-Übungen, Armbäder, Waschungen, Güsse und Massagen

Die ersten Anwendungen erhalten die Gäste schon morgens früh im Bett. Gegen Nacken- oder Rückenschmerzen hilft zum Beispiel ein kleiner, über Nacht erhitzter Heusack.

Wasser, Kräuter, Balance, Bewegung und Ernährung: Bad Wörishofen deckt die fünf Säulen der Kneipp-Kur perfekt ab, auch durch seine zahlreichen Kräutergärten und Kräuterwanderwege.

Was auf den Allgäuer Wiesen als Wildkräuter wächst, wusste Kneipp schon im 19. Jahrhundert zu schätzen. Heilende Kräuter für Wickel oder als Badezusatz bezog Kneipp später in seine Therapie mit ein. Und das passiert in Bad Wörishofen bis heute.

Neben den Kräutergärten im Kurpark bietet die Stadt regelmäßig Kräuterwanderungen durch die Landschaft an. Dabei erfährt man mehr über die heilende Kraft der Kräuter: So löst Anis Krämpfe, Melisse fördert den Schlaf, Rosmarin und Weißdorn bringen den Kreislauf in Schwung

Yoga im Klostergarten verbessert Beweglichkeit und Muskelkraft

Kneipp in der Stadt

Es gibt in Bad Wörishofen 22 Wassertret- und Armbadebecken zum Kneippen. Besonders schön ist eine Naturtretstelle am Wörthbach bei der Erlöserkirche. Dort wurde ein Geländer in den Bach gebaut und man kneippt inmitten der Natur. Vier Kilometer entfernt im Ortsteil Dorschhausen liegt die „Kalte Quelle“ mit eiskaltem Wasser.

Dufte für die innere Balance

Innere Ruhe finden die Gäste im Kurpark der Kneipp-Stadt. Aufgeteilt in unterschiedliche Themengärten fasziniert er immer wieder aufs Neue. Es gibt Kräutergärten, einen Duftgarten und den Rosengarten im Kurpark mit 500 verschiedene Rosensorten und 6.000 Rosenstöcken

550 Rosensorten gibt es im Bad Wörishofener Rosengarten

Viele Naturbegeisterte zieht es hinaus in die Umgebung von Bad Wörishofen, etwa auf den zehn Kilometer langen Waldwanderweg. Verschiedene Stationen helfen den Gästen dort, sich zu besinnen. Wer es etwas sportlicher mag, erkundet die Region mit dem Fahrrad. Nach einer ausgiebigen Tour entspannen die Gäste in einem der Lokale oder Cafés, bevor es mit dem Kur-Bus zurück ins Hotel geht. Dort wartet auf sie die nächste Kneipp-Behandlung.

Egal, ob sich die Gäste stärken oder ihre Beschwerden lindern möchten, in der Kneipp-Stadt kommen sie ihrem Ziel ein großes Stück näher. Was Sebastian Kneipp vor mehr als 150 Jahren erfolgreich entwickelte, ist in Bad Wörishofen nach wie vor Programm.

Zum Kneippangebot in Wörishofen gehören auch Kräuterwanderungen

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