Oberbayern bietet jede Menge Angebote für Familien mit Kindern, Natur zu erleben und zu entdecken. Vom Entdeckerpfad bis zur tosenden Wildbachschlucht: 8 Naturerlebnisse mit Kindern in Oberbayern
Naturpark Ammergauer Alpen: Junior Ranger in Aktion
Im Rahmen des Ferienprogramms „Junior Ranger auf Entdeckungstour“ durchstreifen Kinder im August den Naturpark Ammergauer Alpen. Sie erforschen Bäche, Moor, Wiesen und Wälder in dem Park westlich von Garmisch-Partenkirchen und suchen Pflanzen und Tiere. Die Kinder spielen eine ganze Woche lang oder auch nur einzelne Tage Ranger.
Erfahrene Freizeit- und Umweltpädagogen betreuen die „Junior-Ranger“. Das Naturerlebnis ist konzipiert für Kinder im Alter von sieben bis zehn Jahren. Material und Transfers sind inklusive. Die Entdeckertouren finden statt in den Gemeinden Bad Bayersoien, Altenau und Bad Kohlgrub. Die Gebühr beträgt 25 Euro je Kind – bei Buchung einer Unterkunft über die Naturpark-Website von mindestens fünf Tagen ist die Teilnahme kostenlos.
Nationalpark Berchtesgaden: Fledermaus und Murmeltier
Der Nationalpark im Südosten Bayerns lädt mit zahlreichen Angeboten ein, die Natur der Berge kennenzulernen. Kinder nehmen in Begleitung eines Elternteils an Veranstaltungen für Familien und Einzelpersonen teil. Das sind beispielsweise „Wald entdecken am Högl – Kinder erleben die Biosphärenregion“, „Fledermäuse, Kobolde der Nacht – fesselndes Familienprogramm zu Fledermäusen rund ums Haus der Berge“ oder „Dem Murmeltier auf der Spur – erlebnisreiche Familienwanderung über den Königsweg zur Königsbachalm“.
Auch finden für Kinder im Alter von sechs bis zehn Jahren die Programme „Forschen & Werken“ im Infozentrum Haus der Berge statt. Die Themen sind vielfältig. Eine Anmeldung ist bis 16 Uhr des Vortages möglich. In den Sommerferien gibt es zudem ein Ferienprogramm für Kinder in verschiedenen Altersgruppen. Das Programm wird ab Mitte Juli veröffentlicht.
Almbachklamm: Wilde Wasser am Untersberg
Der Almbach am Fuß des Untersbergs stürzt tosend in eine Schlucht. Man erlebt das eindrucksvolle Naturschauspiel im Berchtesgadener Land bei Marktschellenberg während einer Wanderung hautnah. Der Weg durch die Klamm führt über 29 Brücken und Stege, 320 Stufen und einen Tunnel, der in den Fels gesprengt wurde. Die Strecke ist einfach etwa drei Kilometer lang, 350 Höhenmeter sind zu überwinden.
Am Eingang der Almbachklamm steht eine alte Marmorkugelmühle. Darin werden seit 1683 aus Untersberger Marmor stilvolle Kugeln geschliffen. Das Wasser des Almbachs treibt die Mühle an und bewegt einen Schleifstein. Es dauert je nach Größe der Brocken bis zu einer Woche, bis eine Marmorkugel fertig ist. Man kann die Kugeln von Murmel- bis Kürbisgröße vor Ort kaufen. Die Almbachklamm ist Anfang Mai bis Ende Oktober geöffnet. Erwachsene zahlen neun, Familien 22, Kinder ab sieben bis 17 Jahre sechs Euro. Kinder bis einschließlich sechs Jahre besuchen die Klamm kostenfrei.
Marzoller Au: Spielen und staunen bei Bad Reichenhall
Die Marzoller Au im Norden von Bad Reichenhall ist ein vielfältiges Mosaik feuchter und nasser Biotope. Sie wurde durch Maßnahmen zur Wiedervernässung zu neuem Leben erweckt. Heute ist die Au an der Saalach ein Schutzgebiet von europäischem Rang sowie ein beliebtes Erholungsgebiet. Kinder stillen hier bei einem Familienausflug ihren Forscher- und Entdeckerdrang.
Die jungen Forscher entdecken die Artenvielfalt im Totholz und erfahren, was bei Hochwasser in und mit der Au geschieht. Sie lernen auentypische Tierarten kennen – Schmetterlinge, Libellen, Amphibien, Fische –, ferner Pflanzen sowie die Stimmen typischer Vogelarten. Drei interaktive Naturerlebnis-Stationen entlang des Saalach-Radwegs laden dazu ein: „Totholz lebt“, „Nasse Füße“ und „Hier piept’s“. Startpunkt: Parkplatz Rainthalstraße.
Blomberg bei Bad Tölz: Entdecken, Spielen, Klettern
Der Blomberg ist ein bewaldeter Berg bei Bad Tölz und ragt 1.248 Meter auf. Man wandert entweder zu Fuß hinauf oder nimmt die Blombergbahn, einen Doppelsessel-Lift. Von oben reicht der Blick weit über das Isartal und das Tölzer Land. Bekannt ist der Berg für seine Freizeitangebote, darunter zwei verschiedene Sommerrodelbahnen. Kinder freuen sich auch über einen Waldspiele-Entdeckerpfad mit Waldliegen, Holzxylophon und Lernstationen. Dazu lädt ein Waldspiele-Parcours zu spannenden Wettbewerben ein.
Der leichte Wanderpfad ist dreieinhalb Kilometer lang, führt über 460 Höhenmeter und ist in gut zwei Stunden zu bewältigen. Außerdem bietet ein Hochseilgarten, der in den Bergwald integriert ist, mit zehn Parcours viel Kletterspaß.
Bad Feilnbach bei Rosenheim: Mehr Moor erleben
Ein etwa einen Kilometer langer Familien-Wanderweg führt durch das Moor „Sterntaler Filze“ bei Bad Feilnbach. Er verläuft über Holzbohlen und erlaubt eine hautnahe Begegnung mit dem Moor und der Natur. Die Filze entstanden einst bei der Verlandung des Rosenheimer Sees nach dem Rückzug des Inngletschers. Seit 2021 zählen sie zu den „Feuchtgebieten von internationaler Bedeutung“. In der Moorlandschaft gedeiht eine einzigartige Flora und Fauna.
Viele Vogelarten fühlen sich hier wohl wie Schwarz-, Braun-, Blau- und Rotkehlchen. Spielstationen auf dem Bohlenweg laden zur Unterhaltung oder zum Lernen ein: ein Torfstadel mit historischen Werkzeugen und Schautafeln, eine Vogelbeobachtungsstation, Balancierbäume, ein „Elfenspielplatz“, eine Naturkunstausstellung, ein Aussichtspunkt und mehr.
Inzell: Ab in die Filzen!
Die Inzeller Filzen sind vor etwa 12.000 Jahren entstanden, als die Gletscher der letzten Eiszeit abschmolzen. Heute führt ein fünf Kilometer langer Erlebnispfad durch diese Moorlandschaft, eine der letzten in den Chiemgauer Alpen. Besucher erleben auf hölzernen Stegen die Schönheit der Natur. Ideal für Familien: Der Weg ist Kinderwagen- und Buggy-tauglich und ebenfalls geeignet für Rollstühle.
Erwachsene wie Kinder werden an 27 spannenden Stationen zu Naturforschern. Spielerisch lernen sie Wissenswertes über das Moor und seine Bewohner. Man erfährt, wie das Torfmoor arbeitet, was ein Moorkolk ist (ein Moorweiher) und ob es tatsächlich fleischfressende Pflanzen gibt. Man testet, wie viel Wasser im Moor steckt und welche Objekte tatsächlich im Boden versinken. Nach der Hälfte des Weges lädt ein Rastplatz mit Aussichtsturm zu einer Pause ein.
Alpaka-Wandern: Flauschige Begleiter
Na Kinder, wollt ihr heute raus und wandern? Ach nöööh … Und wenn ihr dabei ein niedliches Alpaka führen dürft? Jaaaa!!! Mit Alpakawanderungen lockt man den hartnäckigsten Stubenhocker in die Natur. Viele Bauernhöfe in Oberbayern bieten Touren mit den kleinen domestizierten Kamelen an.
Die flauschigen Vierbeiner aus Südamerika trotzen mit ihrem dichten Fell jeder Witterung und besitzen ein friedliches Wesen. Sie strahlen Gelassenheit und Ruhe aus, weswegen sie häufig auch in der tiergestützten Therapie eingesetzt werden. Kinder lernen im Kontakt mit den gutmütigen Mini-Kamelen problemlos den Umgang mit Tieren. Sie lernen spielerisch mehr über die Natur und bewegen sich dabei in der frischen Luft. Nicht zu vergesse: Auch Eltern freuen sich über die putzigen Tiere!