Die riesigen Fenster wirken wie Gemälde
Sightsleeping | Landgasthof Meier

Genuss mit Herz und Seele

Von der schlichten Dorfwirtschaft zum ausgezeichneten Restaurant: Die Liebe der Gastgeber zur Natur und ihre Wertschätzung alter Werte führten zum Erfolg. Glückspilze übernachten nach dem Gourmet-Menü in einem der vier schlicht-eleganten Zimmer

Landgasthof Meier

Manchmal steht plötzlich der Michl Meier in der Küchentür. „Kinnts ihr mir an Spargel macha?“, fragt er oder „Kinnts ihr mir an Pressack obi schneidn?“ Der Vater des Chefs weiß, wo er etwas Gutes findet und dass ihm die Küchengötter gnädig sind.

Zehn Köche wirbeln im Landgasthof Meier, um den Gästen genau die Qualität an Speisen auf den Tisch zu bringen, für die sie 2020 mit einem Grünen Stern für Nachhaltigkeit im Guide Michelin ausgezeichnet wurden.

Andere müssen zum Genießen von weit her anreisen, während der Senior einfach am Gemüsefeld vorbeigeht, dann den Wiesenbiergarten quert. Am Haus könnte er sich noch Kräuter pflücken oder ein paar hübsche Essblüten. Das ginge ihm dann doch zu weit, moderner Firlefanz halt.

Die Gastgeber Michael und Claudia

Himmel, Felder und Bäume

Sein altes Gasthaus und die Speisekarte haben sich stark verändert, seit sein Sohn Michael und dessen Frau Claudia 1998 übernommen haben. Geblieben sind die dicken Mauern des alten Bauernhofs, die alten Kastanien und die Lage mitten in den sanften Hügeln der Oberpfalz.

„Wir haben ein ,Landschaftskino’ in der Nähe“, sagt Claudia Meier, „dort versenkt man sich in die Betrachtung von Himmel, Feldern und Bäumen. Diese Vorführung kann man bei uns vor dem Haus auch haben, der Blick ist unverbaut, das Dorf klein geblieben: Nur 90 Menschen leben in Hilzhofen.

Kleines Dorf: Nur 90 Menschen leben in Hilzhofen

Gastgeberin und Spitzenkoch

In den Gaststuben mit ihren geradlinigen Holztischen und freigelegten Deckenbalken als auch den vier Zimmern des Hotels verschleiern keine Vorhänge den Blick, im modernen Anbau wirkt ein riesiges Fenster wie der Rahmen zu einem Gemälde. Natur ist das große Thema, das Claudia und Michael Meier antreibt.

„Wir haben Verantwortung gegenüber den Geschöpfen und der Umwelt“, sagt Claudia Meier, die sich um Gäste und Personal kümmert, während Michael als Spitzenkoch das Restaurant verantwortet.

Alles aus eigener Produktion

Früher war einmal in der Woche Schlachttag. Um vier Uhr morgens ging es los, neben den schieren Fleischstücken und den Innereien gab es Bratwürste, Kesselfleisch, Presssack, Leberwurst. Fleisch war ein Luxusprodukt, das nur sonntags auf den Tisch kam. Obst und Gemüse bauten die Landleute selbst an, von den Großmüttern überliefert waren die Rezepte.

Vor 20 Jahren machten sich die Meiers auf den Weg zu diesen Wurzeln, weg von Gemüse, das mit Kunstdünger vollgepumpt war und weg von Fleisch aus unethischer Haltung, weg vom größtmöglichen Ertrag hin zur besten Qualität.

Sie legten ein großes Gemüsefeld nach Demeter-Richtlinien an, pflanzten Streuobstwiesen und Beerensträucher, stellten Bienenkästen auf. Ihr Engagement ist kein Rückschritt, sondern der einzig mögliche Weg nach vorne, davon sind beide Gastgeber überzeugt.

Gemüsefeld nach Demeter-Richtlinien

Genuss à la Slowfood

„Damals war es schwierig, ökologisch und qualitativ hochwertige Rohstoffe zu bekommen. Inzwischen hat ein Umdenken stattgefunden“, beschreibt Claudia Meier die Anfänge.

Obwohl die Gastgeber das ganze Jahr über von Feinschmeckern belagert werden, schaffen sie es, genügend zu produzieren, um sich und das Restaurant weitgehend selbst zu versorgen.

Die Aufnahme des Landgasthofes in den Genussführer von „Slow Food“ bestätigte die Meiers. Ihre Lebensweise dockt an den althergebrachten Respekt vor Lebensmitteln an und an die sorgfältige handwerkliche Herstellung der Speisen, die für frühere Generationen selbstverständlich war.

Michael Meier fügt hinzu: „Das Kochbuch der Oma ist aber keine Bibel für uns. Wir bereichern die Rezepte mit modernen Twists und erfinden immer neue Gerichte, auch mit asiatischem Einschlag.“

Eines von nur vier Zimmern im Landgasthof

Zimmer mit Natur-Touch

Wer rechtzeitig reserviert hat, darf nach dem Schlemmermenü eines der vier Zimmer beziehen. Traditionelle Naturmaterialien wie Weidengeflecht, Holz und Stein entsprechen dem Anspruch der Gastgeber an die Verbindung von Nachhaltigkeit und Eleganz.

Besondere Akzente setzen Tonskulpturen der Künstlerin Angela Weigl und abstrakte Gemälde von Architekt Johannes Berschneider, die das Umfeld des Landgasthofs aufgreifen.

Auch das Frühstück ist erstklassig. Ganz entspannt bekommt man die Köstlichkeiten an den Tisch gebracht. Ein Buffet, von dem in der Regel viel übrig bleibt, würde den Meiers in der Seele weh tun.

Gläser mit Eingemachtem und Fermentiertem füllen die Regale im Vorratskeller. Da leuchten grün die Fichtenspitzen, rot die Bete, orange die Rüben, lila die Blaubeeren. Mit jeder weiteren Sorte strahlt der Regenbogen des Genusses bunter.

Landgasthof Meier: Blick hinter die Kulissen

Auf einen Blick

  • 3 Doppelzimmer, 1 Junior Suite
  • Einstellmöglichkeit für Fahrräder
  • Kostenfreie Parkplätze
  • Full Service für Hochzeiten und Firmenveranstaltungen
  • DZ/F ab 110 Euro
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