Sightsleeping | Hotel Schloss Burgellern

Träumen unter Bäumen

Von Hügeln und Hängen umgeben, liegt das Schlosshotel am Tor zur ebenso lieblichen wie abwechslungsreichen Fränkischen Schweiz. Ein stilvolles Refugium in der Natur und nahe der UNESCO-Welterbestadt Bamberg

Hotel Schloss Burgellern

Still mäandert der Ellerbach durch den Schlosspark und weiter ins 15 Kilometer entfernte Bamberg. Uralte Bäume beschatten den romantisch verwilderten Park. Auf den blühenden Wiesen finden sich schöne Plätze für ein Picknick, und im idyllischen, bereits in den 1920er-Jahren angelegten Schwimmteich kann man sich angenehm erfrischen oder am Ufer auf Sitzsäcken entspannen.

Mitten im Park thront das Hotel Schloss Burgellern, das im 18. Jahrhundert zu einer Sommerresidenz der Bamberger Fürstbischöfe umgebaut wurde. 1853 kam sogar der spätere „Bayernkini“ Ludwig mit seinem Vater Maximilian II. zu Besuch.

Übung macht den Schlossherrn

Dass er einmal Schlossherr sein würde, war Joachim Kastner nicht in die Wiege gelegt. Die Eltern hatten ein Hotel in Bayreuth gepachtet, er kümmerte sich als Maschinenbau- und Wirtschaftsingenieur um die IT und war für internationale Hoteprojekte unterwegs – als der Vater im Jahr 2005 dieses kolossale, lange Jahre vernachlässigte Schloss kaufte. Und die Vision eines ganz besonderen Hotels hatte. Joachim Kastner, damals Mitte Dreißig, unterstützte ihn und lenkt heute die Geschicke des Vier-Sterne-Hotels.

„In die Rolle des Schlossherren muss man schon erst mal reinwachsen“, sagt der Gastgeber, „gerade hier auf dem Dorf“. Längst ist das Schlosshotel ein Fixpunkt im Dorfleben, der Park offen für alle. „Wir haben sogar eine Whatsapp-Gruppe mit den Nachbarn, damit sie Bescheid wissen, wenn wir bei Hochzeiten ein Feuerwerk veranstalten“, erzählt er. „Von ihren Häusern auf den Hängen ringsum schauen sie das dann gern mit an.“

Die Blutbuche ist 300 Jahre alt

Mit seiner Familie lebt Joachim Kastner auf dem weitläufigen Gelände in einem ehemaligen Verwaltungsbau. Seine Frau Ulrike kümmert sich als Physiotherapeutin um das kleine, feine Spa, und die beiden Söhne wachsen ganz selbstverständlich im Umfeld des Schlosses auf. Bruder Ulrich ist Ärztlicher Leiter einer Psychiatrie, entscheidet aber bei wichtigen Fragen mit. Zuletzt wurden im Corona-Lockdown ein Volleyballplatz und eine Boule-Bahn angelegt.

Platz ist ja genug: Rund sieben Hektar misst der im Stil eines englischen Landschaftsgartens angelegte Schlosspark. „Da schauen Sie, am Waldrand rennen die Hasen herum“, freut sich Joachim Kastner. Eine wahre Pracht ist die mehr als 300 Jahre alte Blutbuche mit einem Umfang von neun Metern, unter deren ausladenden Ästen die Gäste gern sitzen. „Im Frühjahr blüht sie knallrot, daneben haben wir die weiße Kastanie und das Fliederblau, das ist schon ein toller Anblick“, schwärmt der Schlossherr.

Historische Parkettböden

Rund 1.500 Kinder kamen in der früheren Frauenklinik zur Welt

Nur 23 Zimmer, alle in warmen Farben und mit italienischen Stilmöbeln der Marke Selva eingerichtete Zimmer und Suiten verteilen sich auf Schloss und Vogteigebäude. Der Großteil besitzt sogar noch historisches Parkett, über das vielleicht auch der achtjährige Bayernprinz Ludwig flitzte.

Ein Jahrhundert später beherbergte das Schloss eine Außenstation der Bamberger Frauenklinik, rund 1.500 Kinder erblickten hier das Licht der Welt. „Kurz nach der Hoteleröffnung haben wir diese ,Schlosskinder’ eingeladen“, erzählt Joachim Kastner. „Mehr als 400 kamen, manche davon bis aus Amerika“.

Natürlich traf man sich dann auch im eleganten Schloss-Restaurant oder auf der großen Freiterrasse. Hier genießen die Gäste eine modern interpretierte fränkische Küche, etwa rosa gebratene Lammkrone mit Kartoffelgratin, aber auch Spezialitäten wie den „Verrückten Salat“ mit gebratener Kalbsleber, gegrillten Scampis, Gorgonzola und sautierten Birnenspalten. Auch komplette vegane Menüs sind problemlos zu bekommen. „Wir haben uns schon einen gewissen Ruf erarbeitet, was das Essen anbelangt“, sagt Joachim Kastner.

Zwetschgenbames und Fränkisches Bier

Das fränkische Frühstück kommt besonders gut an: „Wir haben nicht nur unseren eigenen Honig und selbstgemachte Marmeladen, sondern auch unseren Zwetschgenbames. Das ist ein mild geräucherter Rinderschinken ähnlich dem Bündner Fleisch – und heißt so, weil die Farbe an Zwetschgen erinnert.“

Ab und zu lädt Kastner die Gäste ein, mit ihm Bier zu brauen – „das ist so ein Hobby von mir“. Und gute fränkische Tradition: Selbst im 7.000-Einwohner-Städtchen Scheßlitz, zu dem das Dorf Burgellern gehört, sind noch drei Brauereien aktiv. Ganz zu schweigen von Frankens „Bierhauptstadt“ Bamberg. Die UNESCO-Welterbestadt mit ihren Kanälen und Fachwerkhäusern ist natürlich Pflichtziel für die Gäste. „Bamberg muss man einfach gesehen haben“, bekräftigt Kastner und schmunzelt: „Schon als Schüler in Bayreuth habe ich neidisch auf die berühmte Bamberger Kneipenszene geschaut.“

Auf einen Blick

  • 23 Zimmer und Suiten
  • 6 Tagungsräume mit Parkblick für bis zu 140 Personen
  • Einstellmöglichkeit und Ladestationen für Fahrräder sowie E-Bike- und Fahrradverleih
  • Kostenfreie Parkplätze am Haus
  • Doppelzimmer mit Halbpension ab 210 Euro
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