Sightsleeping | Hollerhöfe
Dorfleben auf die feine Art

In den sorgsam renovierten historischen Handwerkerhäusern und im modernen Hauptgebäude ist der Stress der Stadt ganz weit weg. Familien wie Geschäftsleute lieben Elisabeth Zintls zu neuem Leben erweckte ländliche Idylle in der Oberpfalz

Höllerhöfe in Waldeck

Der Duft nach frischem Gras und Holzfeuer schwebt über der Wiese und vermischt sich mit dem Aroma gegrillter Oberpfälzer Bratwürste. Familien und Freundesrunden haben sich um einige Feuerschalen niedergelassen, sie genießen das Landleben auf den Hollerhöfen an einem lauen Sommerabend. Eigenhändig zu grillen ist ein Angebot, das sich Elisabeth Zintl für die Gäste der Hollerhöfe ausgedacht hat.

Dafür kann man nach Lust und Appetit aus verschiedenen feinen Grillpaketen auswählen, Holzkohle wird gestellt und die romantische Umgebung sowieso. Über allem spannt sich der funkelnde Sternenhimmel, denn auf dem Land herrscht noch samtige Dunkelheit. Nur aus den historischen „Ackerbürgerhäusern“, in denen die Gäste wohnen, schimmert etwas Licht.

Alles ist echt

Authentisches Landleben – das klingt nach einem Traum weltfremder Städter, auf den Hollerhöfen gibt es das aber wirklich. Alles ist echt: Das leise Schnauben der Pferde, ein Meer aus weißen Holunderblüten, Hängematten zwischen Apfelbäumen, wilde Ecken, in denen Kräuter blühen. Völlig der Wirklichkeit entrückt wirkt die Burgruine Waldeck auf dem Schlossberg, die man vom großen Garten aus im Blick hat.

Behutsam und mit großem Respekt vor den früheren Generationen wurden die Häuser renoviert

Erleben darf man all das als Bewohner eines der bezaubernden Häuschen aus dem 18. Jahrhundert. Mit dem feinen Unterschied, dass Schmied, Schuster oder Schreiber, die ab 1794 die inzwischen denkmalgeschützten Häuser bezogen hatten, sich den heutigen Luxus nicht hätten vorstellen können. Sie mussten wohl mit einem Kübel kalten Wassers vorlieb nehmen, während man heute in einem großzügigen Wohlfühlbereich schwelgen darf.

Wir führen seit 1780 das Wirtshaus im Dorf

Die Aura der Häuschen

„Als wir 2005 die alten Häuser gekauft und behutsam renoviert haben, taten wir das mit großem Respekt vor den früheren Generationen“, betont Elisabeth Zintl. „Meine Familie gehört dazu, wir führen seit 1780 das Wirtshaus im Dorf."

Es steht zwar nicht mehr, aber: "unser Gasthof ,Landhaus zum Hirschen’, den wir an derselben Stelle neu gebaut haben, verpflichtet sich dieser Tradition. Die Einheimischen kommen gerne zum Stammtisch nach dem Kirchgang.“

"Der schlichte Stil passt zu uns Oberpfälzern", findet Elisabeth Zintl

Elisabeth Zintl war sich mit ihrer Architektin einig, die Aura der alten Handwerkerhäuschen auch bei der Gestaltung im Inneren beizubehalten. Die alten Deckenbalken aus grobem Holz zeigen die Struktur der Gebäude. Die Holzmöbel sind mit Stoffen in erdigen Tönen gepolstert, wie Ocker, Moosgrün, Oxydbraun, Senfgelb.

Gekalkte Wände und Leinenwäsche in gebrochenem Weiß verstärken den minimalistischen Stil. Hier drängt sich nichts auf. Die Architektur der Häuser gibt heute noch einen Einblick in das Leben der Altvorderen: Massive Wände, die sich in den Fenster- und Türwölbungen zeigen, und die kleinen Sprossenfenster ließen die kostbare Wärme nicht entweichen.

Leidenschaft für Kräuter

„Bei der Gestaltung mussten wir uns nicht verbiegen, der schlichte Stil passt zu uns Oberpfälzern. Dass wir hiermit dem Zeitgeist vorausgeeilt sind, kommt uns jetzt zugute“, freut sich Elisabeth Zintl. Im landwirtschaftlichen Betrieb, in dem die Gastgeberin aufgewachsen ist, war weder Zeit noch Verständnis für Firlefanz.

Man baute Getreide und Kartoffeln an, führte das Wirtshaus und lebte bescheiden. Die Hollerkücherl der Oma, die es bei der Heuernte immer gab, gehören zu ihren schönsten Erinnerungen.

 „Ich will unseren Gästen die schöne Oberpfälzer Natur und Lebensart nahe bringen“, beschreibt Elisabeth Zintl ihre Wandlung zur Gastgeberin. „Management habe ich als Filialleiterin einer Sparkasse gelernt, dann das Hotelfach.

Sehr viel gibt mir meine Ausbildung zur Kräuterführerin, dadurch habe ich die nahe Umgebung noch mehr schätzen gelernt.“ Besonders Beifuß gehört zur Oberpfalz – zum Wildbraten, zur Gänsebrust, also baut sie ihn in ihrem Kräutergarten an.

Alles dreht sich um Holunder

Solche guten bürgerlichen Gerichte kann man im „Landhaus zum Hirschen“ genießen, dafür sorgt sie als Küchenchefin. Wer Lust hat, auch mal Wildkräuter zu probieren und in die heimische Pflanzenwelt einzutauchen, bucht eine Führung. Die geliebten Hollerkücherl der Oma sind nur ein Grund dafür, dass Elisabeth Zintl achthundert Hollerbüsche pflanzen ließ.

Blüten und Früchte ergeben auch köstlichen Likör, Sirup und Marmelade. Und nach altem Glauben wohnen in Hollerbüschen gute Geister. Sie beschützen Bewohner und Gäste der malerischen Hollerhöfe.

Auf einen Blick

  • Tagungsraum im „Tiny House“ und in der Scheune
  • Großer Wellnessbereich
  • Einstellmöglichkeit für Fahrräder
  • Kostenfreie Parkplätze
  • Hunde erlaubt
  • DZ/F im Landgasthof ab 120 Euro
  • Apartments im historischen Dorfhaus ab 145 Euro
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