Sightsleeping | Burg Rabenstein

Die Burg ist das Ziel

Übernachten wie Edelleute können die Gäste auf Rabenstein in der Fränkischen Schweiz. Neben dem Burgambiente genießt ihr auch das abwechslungsreiche Abendprogramm mit Krimidinner, Feuertanz im Burghof und klassischen Konzerten im Barocksaal

Burg Rabenstein

Wie ein Raubvogelnest hockt die Burg Rabenstein seit mindestens 800 Jahren auf einem versteinerten Schwammriff hoch über dem Ailsbachtal. Von der Burgterrasse aus eröffnet sich der Blick auf das schmale Flusstal mit seinen tiefen Einschnitten und schroffen Felsen und auf das breite und liebliche Ahorntal.

Lage, Lage, Lage, würde ein Immobilienmakler heute preisen, zumal die Festung im Städtedreieck Bamberg, Nürnberg und Bayreuth über die nahegelegene A 9 für Besucher leicht erreichbar ist.

Ganz besondere Stimmung

Dass es soweit kommen würde, konnten die Ritter nicht ahnen. Auf Fremde waren sie sowieso nicht scharf, die kamen selten mit guten Absichten. Obwohl die Burg schwer zu erobern war, haben nur einige Teile der mittelalterlichen Gebäude überlebt, der heutige Hauptbau stammt aus dem 17. Jahrhundert.

„Es gibt richtige ,Burgensammler’, weiß Sabine Dess, Burgherrin auf Rabenstein. „Dazu gehören nicht nur Mittelalterfans, wie sie auch zu unseren großen Mittelaltermärkten kommen, sondern allgemein kunsthistorisch und kulturell interessierte Reisende. Sie reisen von Burg zu Burg und suchen die ganz besondere Stimmung in einem geschichtsträchtigen Gebäude.“

Plaudern am Kamin

Die wechselnden Baustile von Rabenstein zeigen sich in den Prunksälen, die bei einer Führung zu besichtigen sind, wenn darin nicht gerade Konzerte, Businesstalks oder Hochzeiten stattfinden.

In Gold strahlen die barocken Salons, der Renaissancesaal bietet Ausblicke auf beide Täler, mit viel Blech trumpft der Waffensaal auf, unter dem niedrigen Gewölbe des Jagdzimmers tagt man in kleinerem Kreis. Am gemütlichsten ist das Kaminzimmer, hier treffen sich die Übernachtungsgäste nach dem opulenten Frühstück im Markgrafensaal oder abends beim Feuer.

Auch Sabine Dess, die Burgherrin, setzt sich manchmal dazu. „Wir haben in den Zimmern weder Fernseher noch Minibar aufstellen lassen“, sagt sie, „mit dem Fernsehprogramm schleicht sich der Alltag wieder herein.

Man würde die Gelegenheit verschenken, das Burggefühl auf sich wirken zu lassen.“ Sie freut sich, wenn ihre Gäste vor dem Kamin miteinander ins Plaudern kommen, während die Männer gerne Scheite auf das Feuer legen

Kultur auf der Burg

Wie wird man eigentlich zur Burgherrin? Diese Frage taucht regelmäßig auf. Sabine Dess lächelt dann geheimnisvoll. „Sie ist einfach in mein Leben gekommen“, mehr will sie erst mal nicht verraten. Dann gibt sie nach: „Ich habe einen edlen Ritter geheiratet. Er eroberte die Burg von den Rabensteins, um sie mir zum Geschenk zu machen.“ Am flackernden Kaminfeuer nimmt man ihr diese Erzählung gerne ab.

„Am meisten liegt mir unser Kulturprogramm am Herzen“, sagt sie, „ich buche tolle Künstler wie den Geigenstar Iskandar Widjaja, eine Klezmer-Gruppe und einen Harfenisten, der keltische Lieder vorträgt.

Kunst und Kultur waren mir immer wichtig, auch Weltläufigkeit – ich habe Sprachen studiert und lange im Ausland gelebt, bevor ich nach Franken kam.“

Events in der Tropfsteinhöhle

„Die malerische Burg als Kulisse ist toll, meine Veranstaltungen folgen aber dem Zeitgeist“, beschreibt die Gastgeberin ihr Programm, „von leichter Unterhaltung wie einem Krimi-Dinner, einer Zaubershow oder einem Feuertanz bei Nacht bis hin zu den Konzerten möchte ich für alle Stimmungen Erlebnisse anbieten.

 

Die malerische Burg als Kulisse ist toll, meine Events folgen aber dem Zeitgeist

“ Prächtige Veranstaltungen haben auf der Burg Tradition. Das Festessen, das die Burgherren 1830 in einer Höhle für König Ludwig I. ausrichteten, ist legendär. Die drei Jahre später entdeckte Sophienhöhle liegt nur zehn Minuten Fußweg entfernt.

Sie zählt zu den schönsten Tropfsteinhöhlen im süddeutschen Raum.  Damals flackerten hunderte von Kerzen zwischen Stalagmiten und Stalaktiten, wenn hoher Besuch kam, heute beleuchten bunte Scheinwerfer die unterirdische Wunderwelt.

Konzerte zählen zu den Höhepunkten in der Sophienhöhle, das kann Jazz sein oder ein romantisches Gitarrensolo. Anschließend werden im Rittersaal fränkische Spezialitäten und ein Humpen Wein serviert.

Wildschwein oder Veggie-Bowl?

Ansonsten speisen die Gäste im rustikal-eleganten Burgrestaurant, das aus dem Reichtum der Region schöpfen kann. Modern interpretierte Klassiker wie Hirschbratwürste, Wildschweinrücken oder fränkischer Waller im Biersud gedünstet mit Wurzelgemüse und geröstetem Sesam hätten jedes Ritterherz höher schlagen lassen, die knackige Veggie-Bowl vermutlich eher weniger.

Vollends auf Zeitreise begeben sich die Gäste, wenn sie ihre Zimmer beziehen. Die freigelegten Deckenbalken und tiefen Fensterstürze sind dem wuchtigen, alten Gemäuer geschuldet, doch keine Sorge: Moderne Badezimmer, fein gearbeitete Möbel, bequeme Matratzen und Baldachine aus Samt und Brokat befriedigen jeden herrschaftlichen Anspruch – den der heutigen Gäste und den der Burgherren von einst sowieso.

Auf einen Blick

  • 22 Zimmer und Suiten
  • Kostenlose Parkplätze
  • Einstellmöglichkeit für Fahrräder
  • Vielfältiges Kulturprogramm
  • DZ/F und Suiten ab 160 Euro
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