Kunst und Blick im Blauen Land

Am höchsten Punkt von Murnau liegt dieses zauberhafte Hotel inmitten eines großen Gartens mit vielen Rückzugsmöglichkeiten und beeindruckendem Panorama. Künstlerin und Gastgeberin Gina Feder hat jedes Detail persönlich gestaltet

Galerie & Art-Hotel "Am Eichholz"

Im Frühjahr blühen die Kirschen, dicke Dolden des Blauregens rahmen den Eingangshof ein. Etwas später dran sind Azaleen und Rhododendren, und in warmen Sommernächten duftet der Losbaum betörend nach Jasmin. Am Abend verschwimmt die Bergkulisse von Benediktenwand bis Herzogstand in dunstigem Blau. Im Garten des „Galerie & Art-Hotels Am Eichholz“ versteht man sofort, was Franz Marc, Gabriele Münter und die anderen die Künstler des Blauen Reiter an der Gegend um Murnau so faszinierte.

Weit gereist und weltoffen

Aber Blau ist nicht alles. „Meine Lieblingsfarbe ist Rot, ein sattes, tiefes Rot mit leichten Goldakzenten“, sagt Gina Feder. Das findet sich auf vielen ihrer Werke in den Zimmern, Suiten und öffentlichen Räumen, mal als „magische Quadrate“, mal als schwebende Scheiben, die an chinesische Gongs erinnern. In Marokko, Ägypten, Vietnam, Bali und Sulawesi ließ sich die weit gereiste und weltoffene Künstlerin inspirieren. Nicht nur für ihr künstlerisches Werk, sondern auch für das Hotel: Da finden sich marokkanische Tische neben massiven indischen Toren, balinesische Skulpturen neben asiatisch-schlichten Lampen.

Gina Feders Großvater erbaute die charmante Villa in den 1920er-Jahren, später behandelte ihr Vater hier Kurpatienten. Nach seinem Tod wandelte Gina Feder die Villa in eine Mischung aus Galerie und Hotel um: „Damals hatten wir natürlich viel Publikumsverkehr und auch richtig große Veranstaltungen.“

2004 richtete sie mit ihrem Mann Alexander Zentgraf mitten im Ort zusätzlich eine weitere Galerie mit Gastronomie ein, in der sie namhafte internationale Künstler präsentierte: „Eine wahnsinnig intensive Zeit.“ 2015 verkauften sie sie wieder, und Gina Feder widmet sich seither, neben ihrer Kunst, ganz dem Hotel-Kleinod, das über die Jahre „langsam aus dem Ei schlüpfte“.

Von Kindheit an habe ich jede Woche mein Zimmer umdekoriert

Lieblingsplätze im Garten

Heute ist es mit seinen vielen verwunschenen Gartenplätzen auf dem 3.500 Quadratmeter großen Grundstück und dem mehr als vier Meter hohen Glashaus ein Geheimtipp für Hochzeiten und Geburtstagsfeiern. Und für Gäste, die ein individuelles Ambiente inmitten eines üppigen mediterranen Gartens schätzen – hier findet jeder seinen Lieblingsplatz.

Um den Garten kümmert sich Alexander Zentgraf, der von Haus aus Landschaftsarchitekt ist. Empfindliche Pflanzen wie Agapanthus, Zitronen- und Olivenbäumchen überwintert er im Gewächshaus und gestaltet die blühende Pracht jedes Jahr ein bisschen anders.

Dasselbe tut Gina Feder mit den Innen- und Außenräumen des Hotels. „Von Kindheit an habe ich jede Woche mein Zimmer umdekoriert und neue Bilder gemalt“, erinnert sich die Gastgeberin. Heute liebt sie es, Einzelstücke neu zu arrangieren, Möbel umzulackieren und auch die Kunstwerke im Hotel immer wieder zu verändern.

In ihrem separaten Atelier im Garten entsteht ständig Neues, Gäste und Besucher kaufen einzelne Werke – im „Galerie & Art-Hotel Am Eichholz“ bleibt nie lange alles so, wie es gerade ist.

Whirlpool mit Aussicht

Jüngstes Projekt ist der lichte Wellnessraum in einem der vielen Gartenhöfe. Die Stahl-Glas-Konstruktion umfasst einen Whirlpool mit Blick auf das Estergebirge, Dampfdusche und Infrarotkabine – alles ist für zwei Personen individuell buchbar.

Der marokkanischen „Wellnesstempel“ im Garten

„So ein privates Spa-Erlebnis hatte ich mal in einem Riad in Marokko“, sagt Gina Feder, „und das möchte ich jetzt auch unseren Gästen bieten.“ Individuell ist auch das Kulturprogramm mit Musik und Lesungen, das die Gastgeberin regelmäßig anbietet. Bei gutem Wetter kann man das üppige Frühstück mit frisch zubereiteten Eierspeisen, frischem Obst, gereiftem Käse am Stück, einem großen Müsli-Angebot und hausgemachter Pâté natürlich im Freien genießen.

Auf der windgeschützten Arkadenterrasse sitzen die Gäste gern noch lange bei einer Tasse Kaffee. Von Mittwoch bis Samstag verwöhnt der leidenschaftliche Koch Alexander Zentgraf sie auf Wunsch auch mit mediterran inspirierten Menüs, gewürzt mit Aromen aus dem eigenen Kräutergarten.

Museum und Moos-Spaziergang

Wer Lust auf deftige bayerische Küche hat, findet Wirtshäuser im Zentrum von Murnau, das rund zehn Fußminuten entfernt liegt. Hauptattraktion des Städtchens am stillen Staffelsee sind das „Münter-Haus“, in dem das Künstlerpaar Gabriele Münter und Wassily Kandinsky lebte, sowie das Schlossmuseum mit einer großen Blaue-Reiter-Ausstellung. In Gina Feders künstlerischer Entwicklung spielten die Expressionisten allerdings „keine prägende Rolle“, wie sie sagt.

Am Rande des liebenswerten Luftkurorts erstreckt sich das durch einen zwölf Kilometer langen Spazierweg erschlossene Murnauer Moos vor der grandios aufragenden Alpenkette. Weitaus weniger besucht ist die Anhöhe bei der Mini-Kapelle in Leibersberg am nahen Riegsee, die Gina Feder wegen des „tollen Blicks“ empfiehlt. Und nach dem Spaziergang genießt man dann, mit einem guten Glas Wein in der Hand, im Garten des „Galerie & Art-Hotels Am Eichholz“ sein ganz privates Alpenpanorama …

Auf einen Blick

  • 2 Zimmer, 3 Suiten
  • Einstellmöglichkeit für Fahrräder
  • Kostenfreie Parkplätze
  • Abendessen Mi–Sa auf Vorbestellung
  • DZ/F ab 125 Euro

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